Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.


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Pressemitteilungen

Inhalt:

  1. Pressemitteilung zum SHT "Junge Selbsthilfe" in Landshut
  2. Bürgerhelfer in der Psychiatrie in Bayern
  3. Einschränkung von Grundrechten nicht selbstverständlich (Pressemitteilung)
  4. Pressemitteilung zum Suizidpräventionstag
  5. BayPE-Fachtag zum Bundesteilhabegesetz
  6. Facetten der Selbsthilfe (Pressebericht aus Regensburg)
  7. Einladung zum Selbsthilfetag nach Regensburg
  8. Einweisung eskaliert im Todesschuss - Stellungnahme des BayPE
  9. 20-Jahr-Feier mit Fachtag im Kloster Banz
  10. Fachtag organisierter Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfe in Bayern
  11. Beglückende Inklusion am Selbsthilfetag in Bayreuth
  12. Kooperationsvereinbarungen PE - Ärzte - Angehörige
  13. Umfassende Reform des bayerischen Unterbringungsgesetzes jetzt notwendig!
  14. Eröffnungsfeier unserer BayPE-Geschäftsstelle in Augsburg
  15. Pressemitteilung zum Brandopfer in Mainkofen


Wohnen ist existenzielle Grundlage

Pressebericht des Bayerischen Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE e.V.)

„Junge Psychiatrie-Erfahrene und Ihre Wohnsituation“
Selbsthilfetag des BayPE e.V. für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung im Rahmen der Bundesweiten Aktionswoche des Paritätischen zur Förderung der Selbsthilfe „Wir hilft“.
Di., 21. Mai 2019, 10 bis 16 Uhr
Landwirtschaftliche Lehranstalten, Im Lurzenhof 3, 84036 Landshut

  Unter dem Motto „Wir hilft“ fand vom 18. bis zum 26. Mai 2019 die erste bundesweite Aktionswoche Selbsthilfe des Paritätischen Gesamtverbandes statt.

  Der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE e.V.) lud dazu am Dienstag, 21. Mai 2019 von 10 bis 16 Uhr, Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung in die Aula der Landwirtschaftlichen Lehranstalten, Landshut ein, um mit einem Selbsthilfetag das Thema „Junge Selbsthilfe / Nachbarschaft“ zu erörtern.

  Dr. Olaf Heinrich, Bezirkstagspräsident des Bezirks Niederbayern betonte in seinem Grußwort den Stellenwert der organisierten Selbsthilfe auf Verbandsebene für Bezirke und Regierung, um bei Gesetzgebung und der Umsetzung des Landesgesetzes fachlich notwendige Richtungsänderungen umzusetzen. Markus Scheuermann, Bezirksrat und Beauftragter des Bezirks Niederbayern für die Belange von Menschen mit Behinderung bereicherte die gesamte Veranstaltung mit seiner langjährigen Inklusionserfahrung.

  Selbsthilfe ist heute vielfältig, bunt und für viele Menschen zur Bewältigung ihres Alltags unverzichtbar. Mit der Teilnahme an der Aktionswoche erreichte der BayPE e.V., dass noch mehr betroffene Menschen sich für die Selbsthilfe interessieren. Der Selbsthilfetag bot einen guten Einstieg, diese attraktive, aktuelle Unterstützungsform kennenzulernen. Bereits engagierten Betroffenen nutzten die Möglichkeit, auf dem Selbsthilfetag neue Kontakte zu knüpfen.

  Psychiatrie-Erfahrene engagieren sich aus verschiedenen Gründen in der Selbsthilfe. Natürlich wegen der eigenen Erfahrung, dem Wissen über Psychiatrie, über Lebenskrisen und verrückte Zustände. Unsere guten Erfahrungen möchten wir in der Selbsthilfe weitergeben. Die schlechten Erfahrungen wollen wir nutzen, damit es beim nächsten Mal für uns und auch für andere besser läuft.

  Wohnen als zentrale und existentielle Schnittstelle lag den Teilnehmenden auf der Seele, da Wohnen Grundlage für Gesundheit ist. Mangels Wohnraums und dessen Finanzierbarkeit müssen Menschen zu oft in Heimen und Kliniken bleiben. Wunsch der Teilnehmenden war eine Vermittlungsstelle die Wohnungen an Psychiatrie-Erfahrene vermittelt. Das kann auch ein Zimmer in einer respektvollen Familie sein. Leerstehende Wohnungen sollten dringend verwendet werden, um Menschen vor der Obdachlosigkeit zu bewahren, damit sie eine Chance bekommen zu gesunden.

  Frau Blank vom BayPE e.V. bedankte sich für die herzliche Aufnahme in den Räumen der Bezirksverwaltung und des Agrarbildungsinstituts. Zwei schwere Ochsengeschirre und ein großer Pflug an der Saalwand waren das Symbol für die Lasten, aber auch für das Feld, das beackert wird. In der Kantine kam der langjährige Wunsch, diesmal von der jungen Selbsthilfe, dass die Selbsthilfeförderung Getränke und Imbisse bezuschussen möge, und zwar wegen der besonderen körperlichen und prekären Verhältnisse vieler Psychiatrie-Erfahrener.

  Der Verein „Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.“ - bietet seit 23 Jahren ein Forum für Austausch und Begegnung, unterstützt die Selbsthilfe und vertritt die Interessen Psychiatrie-Erfahrener in Bayern.

28. Mai 2019


Pressemitteilung

Bürgerhelfer in der Psychiatrie in Bayern

Am schwäbischen Bildungsort Kloster Irsee fand die diesjährige Fachtagung des Bayerischen Landesverbands Bürgerhelfer in der Psychiatrie vom 22. Februar bis 24. Februar 2019 statt. Bei freundlichstem Frühlingswetter reisten freudig ca. 40 Teilnehmer an den schönen Bildungsort.

Thema war das PsychKHG und Kommunikation und Beziehung im Bürgerschaftlichen Engagement. Durchaus eine Herausforderung, aber bewältigbar, wie aus den Workshops zu erfahren war. Begeisterung und Enttäuschung oder Überraschung liegen nahe beieinander und das ist, was einen Bürgerhelfer ausmacht. Für Psychiatrie-Erfahrene sind ganz normale Menschen wichtig, zu denen man eine Beziehung haben kann und mit denen man gefahrlos kommunizieren kann. Gleichzeitig ist der Einladung auch Frau Wenk-Wolff vom Bayerischen Bezirketag gefolgt, um den Bürgerhelfern Informationen zum PsychKHG zu erläutern. Frau Svenja Bunt, eine engagierte Betroffene aus Berlin und Philosophin, berichtete kurzweilig über Beziehungen auf Augenhöhe mit Betroffenen.

Es fanden auch turnusgemäße Wahlen des Vorstandes statt. Dabei verabschiedete sich Herr Gerd Schulze aus dem Vorstand und wünschte weiterhin alles Gute. Der neue Vorstand ist Werner Brand, Bernhard Müller, Martina Heland-Graef, Hella Rau und Karin K.-C.

gez. Martina Heland-Graef

18. März 2019


Einschränkung von Grundrechten nicht selbstverständlich (Pressemitteilung)

Psychiatriegesetz: Betroffene hoffen auf weitere Verbesserungen

Augsburg – Der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener (BayPE e.V.) ist erleichtert, dass bei der Sitzung des Gesundheitsausschusses am Dienstag umfassende Änderungen am kommenden Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (BayPsychKHG) auf den Weg gebracht worden sind. Der Entwurf hatte zuletzt für Schrecken unter den Betroffenen gesorgt.

Der Verband spricht sich weiterhin für Verbesserungen aus:

  • Soll allen psychisch kranken Menschen in Krisensituationen die Selbstbestimmungsfähigkeit abgesprochen werden? Der BayPE sagt: nein.
  • Soll Klinikpersonal Patienten einfangen dürfen? Der BayPE sagt: nein.
  • Sollen unbescholtene Menschen, die in zugespitzten Situationen als „fremdgefährdend“ eingeschätzt worden waren, nach Behandlung langfristig im Visier der Polizei bleiben? Der BayPE sagt: nein.

Der Verband begrüßt dagegen:

  • den schon länger geplanten bayernweiten Krisendienst. Zugespitzte Situationen können deeskaliert werden, bevor zum drastischen Mittel der Unterbringung gegriffen werden muss.
  • die Dokumentation von Zwang und Gewalt, die Kliniken am Patienten ausüben, zum Beispiel durch Einsperren oder „Fixieren“. Das Zwangsregister dient der Bewusstseinsbildung und der Suche nach besseren Handlungsoptionen.

„Die Einschränkung von Grundrechten darf nicht selbstverständlich sein – auch und gerade, wenn sie mit der Zuschreibung als ‚psychisch krank‘ verbunden ist“, so Nina Theofel, Referentin beim BayPE. "Die Chance auf ein innovatives Gesetz wurde noch nicht genutzt."

Pressemitteilung des BayPE e.V. vom 14.06.2018

14. Juni 2018


Bei der Mitgliederversammlung besprochen

 
Bayerischer Landesverband
Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Geschäftsstelle
Glückstraße 2
86153 Augsburg

Tel. 0821/45047863
Fax 0821/45047864

Kontakt@BayPE.info
www.psychiatrie-erfahrene-bayern.de

Finanzamt Augsburg Steuernummer 103/107/31639

München, den 09.09.2017

Pressemitteilung

Psychiatrie-Erfahrene: Mitgliederversammlung vor dem Suizidpräventionstag

München - Am Samstag, den 9. September 2017 tagte die Mitgliederversammlung des Bayerischen Landesverbands Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE) in München. Gerd Boge wurde als neuer Vorstand vorgestellt.

Vor dem Welttag der Suizidprävention (10. September) wurde auch dieses Thema in der Versammlung aufgegriffen. Es ist wichtig, dass hierbei Betroffene gehört werden, Menschen also, die Suizidalität erfahren und überlebt haben. Die Antworten des psychiatrischen Systems auf Suizidalität sind oft unzureichend. Die gefährdete Person durch Begegnung und Gespräch zu begleiten, ist wichtiger und hilfreicher, als sie einzusperren. Risiken von Psychopharmaka müssen thematisiert werden, die Ärzte sollen darüber vor der Verschreibung aufklären.


Vorstand: Margarete Blank, Reinhold Hasel, Achim Kuck, Gerd Boge
Bankverbindung: Bank für Sozialwirtschaft, IBAN DE76700205000009833100, BIC BFSWDE33MUE
Vereinsregisternummer 17385 Amtsgericht München
25. September 2017


BayPE-Fachtag zum Bundesteilhabegesetz

Schneisen durch den Gesetzesdschungel

Davor Stubican vom Paritätischen Wohlfahrtsverband referierte am Freitag, den 26. Mai in Augsburg zum Bundesteilhabegesetz, kurz BTHG, und den damit kommenden Änderungen für Menschen mit Behinderung. Schwerpunkt lag auf dem vom Bayerischen Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE) organisierten Fachtag auf seelischen Behinderungen.

Der Referent machte die oft unübersichtlichen Regelungen durch das BTHG mit Kompetenz und Geduld anschaulich. Ein paar Neuerungen herausgegriffen:

  • Neu ist die geplante unabhängige Teilhabeberatung, die von Betroffenen für Betroffene erfolgen soll.
  • Das Budget für Arbeit bietet durch einen dauerhaften Lohnkostenzuschuss einen möglichen Weg aus den viel kritisierten Werkstätten für Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
  • Die Schnittstellen mit dem Bereich Pflege werden größer, so dass auch Menschen mit psychiatrischen Diagnosen in Zukunft Pflegebegutachtungen über sich werden ergehen lassen müssen.
  • Die Erreichbarkeit einer Ansprechperson in Krisen wird im neuen Gesetz als Assistenzleistung definiert.
Besonders beim Bereich Einkommen und Vermögen wurde Kritik aus dem Publikum laut, das Gesetz als "Mogelpackung" bezeichnet, was auch der Referent nicht von der Hand wies. Das Thema Armut sei mit dem BTHG nicht bekämpft. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Unüberschaubarkeit der Regelungen: "Wer bezahlt die Assistenz, die einem Behinderten erklärt, welche Leistung er wie beziehen kann?" wurde aus dem Publikum gefragt.

Trotz des sommerlichen Wetters waren 30 Personen gekommen, die sich mit vielen Fragen, vor allem zu den Themen Einkommen und Vermögen, aktiv beteiligten. "Man sieht wie wichtig die Veranstaltung war", sagt Martina Heland-Gräf vom BayPE-Vorstand. Sie möchte den Fachtag wiederholen, um über die laufenden Änderungen durch das Gesetz zu informieren.

20. Juni 2017


Facetten der Selbsthilfe

Psychiatrie-Erfahrene kommen in Regensburg zum Austausch zusammen

Pressebericht des BayPE e.V.

R e g e n s b u r g - Draußen ein farbenfrohes Buffet, drinnen musikalische Grüße vom Verbandsorchester: Wenn der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE) zum Selbsthilfetag einlädt, diesmal für den 10. März nach Regensburg zum Bezirk Oberpfalz, sollen die Betroffenen sich wohl fühlen. Der Verband versteht es, einen lockeren Rahmen zu schaffen, für Themen, die nicht immer angenehm sind. Nicht auf Krankheit liegt aber der Focus, sondern auf Selbsthilfe.

Martina Heland-Gräf aus dem BayPE-Vorstand liest aus ihrem Buch und berichtet, wie Schreiben ihr hilft: "Alles was ich aus meinem Kopf schreibe, ist dann nicht mehr drin und muss ich dann nicht mehr rumtragen." Und eine Besucherin bestätigt die heilsame Wirkung des Schreibens: "Es tut der Psyche gut, wenn man mal zu dem steht, was in einem ist."

Selbsthilfe kann Hand in Hand mit den Profis gehen, zum Beispiel beim Abschluss einer Behandlungsvereinbarung. Dies ist eine schriftlichen Abmachung des Patienten mit der Klinik zur Vorsorge: Das gesunde Selbst kümmert sich im Voraus um die kranken Anteile für den Fall einer Krise. Über die Behandlungsvereinbarung referierte Dr. Victoria Popara, Oberärztin am Bezirksklinikum Regensburg.

In der Abschlussrunde teilten die Gäste ihre Erfahrungen aus Selbsthilfegruppen und diskutierten auch die gesundheitspolitische Dimension der Selbsthilfe. Zunehmend können Betroffene in Gremien ihre Position einbringen. Allein ihre Teilnahme, so die Erfahrung, kann die Atmosphäre und die Wortwahl ändern.

17. März 2017


Selbsthilfetag in Regensburg

Einladung an alle Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung 

Pressemitteilung des BayPE e.V.

REGENSBURG. Am 10. März 2017 findet in Regensburg

im Festsaal des Bezirks Oberpfalz
Ludwig-Thoma-Str. 14
von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr

ein Selbsthilfetag für Menschen statt, die selbst seelische Krisen und psychiatrische Behandlung erlebt haben. Veranstalter ist der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE). Der Selbsthilfetag findet in Kooperation mit dem Verein "Irren ist menschlich e.V." und mit Unterstützung der Sozialverwaltung des Bezirks Oberpfalz statt.

Ziel ist die Vernetzung der Selbsthilfe in der Region. "Alle können kommen", sagt Martina Heland-Gräf, Vorstand im BayPE. "Sie können feststellen, dass sie nicht alleine sind und zusammen mehr bewirken können." Die Veranstaltung folgt ganz einem alten Motto der Selbsthilfe: "Gemeinsam sind wir stark!" Betroffene, die noch keinen Kontakt zur Selbsthilfe hatten, können sie hier unverbindlich kennenlernen.

Es gibt zwei Vorträge und viel Raum, um selbst gehört zu werden, Fragen zu stellen und anderen Psychiatrie-Erfahrenen zu begegnen. Herr Dr. Benedikt Schreiner, Leiter der Bezirkssozialverwaltung spricht das Grußwort, Frau Dr. Victoria Popara, Oberärztin am Bezirksklinikum Regensburg, nimmt das Thema Vorsorge unter die Lupe. Sie erläutert Krisenpass und Behandlungsvereinbarung. Susanne Stier, Genesungsbegleiterin und Selbsthilfe-Aktive, spricht über Zwang in der Psychiatrie. Für eine gute Atmosphäre sorgen Musik, Mittagessen und Getränke. Unkostenbeitrag: 5 Euro.

Rückfragen und Anmeldung:
- Tel. 0821 - 450 47 863

   

27. Januar 2017


Schußwaffengebrauch mit Todesfolge

PRESSEMITTEILUNG


Augsburg, den 28. Juli 2016

"Wir fordern Aufklärung"

Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. alarmiert über Tod eines Patienten bei Polizeieinsatz

Hintergrund

Erharting in Oberbayern, 13. Juli 2016: Ein 62-jähriger Bewohner eines Altenheims soll in die Psychiatrie gebracht werden. Eine Polizeistreife rückt an, um den Transport zu begleiten. Als zwei Polizisten mit Sanitätern den Raum betreten, greift der Heimbewohner mit einem Messer an und verletzt einen Polizisten schwer am Bein. Mindestens einer der Polizisten schießt auf den Mann, dieser stirbt noch vor Ort. Er habe unter chronischer Schizophrenie gelitten.

Unsere Stellungnahme

Bei diesem Fall drängt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit des Gewalteinsatzes auf. Wie konnte es zu dieser Eskalation mit tödlichem Ausgang kommen? Wie steht es um die Schulung der Polizei im Umgang mit möglicherweise traumatisierten Menschen?

Der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. will den Tod eines Menschen nicht einfach hinnehmen und fordert eine umfassende öffentliche Aufklärung des Falles.

Die verpflichtende Einbeziehung des Krisendienstes bei Klinikeinweisungen haben wir schon vor einem Jahr am Runden Tisch zum PsychKHG gefordert. Der Fall zeigt erneut, wie notwendig der weitere Ausbau des Krisendienstes ist und wie wichtig es ist, deeskalierend zu wirken.

Dies ist leider nicht der einzige Fall übermäßiger Polizeigewalt gegen Menschen mit psychischer Erkrankung. Wir sind auch über die Anforderung eines Spezialeinsatzkommandos in Kronach (Oberfranken) im Zusammenhang mit der Klinikeinlieferung eines Mannes am 15. Juli alarmiert. Auch hier stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit. Eine Erklärung zu diesem Vorfall steht aus.

Presse-Mitteilung als PDF

01. August 2016


BayPE feiert Jubiläum

Pressemitteilung
Augsburg, 25.04.2016

20 Jahre Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.

Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Geschäftsstelle
Glückstraße 2
86153 Augsburg
Tel. 0821/45047863
Fax 0821/45047864

www.psychiatrie-erfahrene-bayern.de
Ansprechpartnerin: Nina Theofel

Augsburg, Bad Staffelstein - Der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE) feiert sein 20-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass findet am 17. und 18. Mai 2016 eine Feier mit Fachtag im Kloster Banz in Bad Staffelstein statt. Eingeladen sind Selbsthilfe-Aktive, Psychiatrie-Erfahrene, ihre Angehörigen und Freunde sowie alle Interessierten.

Vor 20 Jahren, am 18. Mai 1996, entstand in Nürnberg eine bayerische Arbeitsgemeinschaft innerhalb des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BPE). Hieraus gründete sich in München ein eigenständiger Verein, der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. Dieser arbeitet seitdem bayernweit als Selbsthilfeorganisation und vertritt die Interessen von Menschen, die Erfahrung mit Psychiatrie und seelischen Krisen gemacht haben.

Spätestens seit den 80er Jahren hatte es in Bayern Bestrebungen zur Organisation der Selbsthilfe gegeben. Heute bestehen auch zahlreiche lokale Initiativen, die mit dem Landesverband zusammen arbeiten. Damit ist das Vorurteil wiederlegt, Psychiatrie-Erfahrene seien nicht fähig, sich selbst zu organisieren. Gemeinsam mehr Humanität in der Psychiatrie zu erreichen, lautet die Zielsetzung.

Landtag, Ministerien und Bezirke beziehen den Landesverband heute aktiv in Beratungen mit ein. Die größte Veränderung in der Vereinsgeschichte: 2013 wurde die Geschäftsstelle in Augsburg aufgebaut. Diese ist mittlerweile an allen Wochentagen besetzt (Mo-Mi, Fr 9-13, Do 9-13 Uhr und 16-18 Uhr).

30. April 2016


20 Jahre Einsatz für Psychiatrie-Erfahrene

Einladung zum Fachtag organisierter Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfe in Bayern

Pressemeldung

Der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE e.V.) feiert mit einem Fachtag sein 20-jähriges Jubiläum

von
Dienstag, 17. bis Mittwoch, 18. Mai 2016
im Bildungszentrum Kloster Banz.

Eingeladen sind alle Mitglieder und Aktive in der Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener, sowie Angehörige von Menschen mit der Erfahrung psychischer Krisen, deren Freunde und Förderer.

Den Auftakt bilden Glückwünsche und Grußworte

  • von Herrn Achim Kuck, Vorstandsmitglied des BayPE e.V.
  • von Frau Kathrin Sonnenholzner, Mitglied des Bayerischen Landtags
  • von Frau Susanne Stier, Vorstandsmitglied der Münchener Psychiatrie-Erfahrenen e.V.
  • von Herrn Dr. Georg Walzel, Ministerialdirigent des Ministeriums für Gesundheit und Pflege
  • von Frau Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Menschen mit Behinderung
  • und von Frau Heidi Popp, vom Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker
  • angefragt ist Herr Josef Mederer, Präsident des Bayerischen Bezirketags

Für den musikalischen Rahmen spielt das Landesverbandsorchester auf.

Mit der Lesung des Augenzeugentextes Wie es begann - Bayerns Psychiatrie-Erfahrene organisieren sich und dem Impuls-Referat Recovery-Bewegung wird die Richtung des ersten Tages gezeichnet. Die Teilnehmenden werden sich auf ihre Ressourcen und Bedarfe besinnen können um gemeinsam in Kleingruppen exemplarisch Beispiele für gelingende Alternativen zur herkömmlichen psychiatrischen Behandlung zu erarbeiten und zu formulieren.

Am zweiten Tag referiert Herr Werner Brand, Bürgerhilfe in der Psychiatrie, Landesverband Bayern e.V. zum Thema "Achtsamkeit". Anschließend werden diverse Gesprächsforen angeboten.

Dabei soll eine Gewissheit den Teilnehmenden bleiben:
Vor 20 Jahren, am 18. Mai 1996, konstituierte sich in Nürnberg die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie Erfahrener im Bundesverband Psychiatrie Erfahrener e.V. aus der heraus sich der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. 2001 als Verein gründete und heute nach 20 Jahren ist er immer noch da.

Der BayPE e.V. bedankt sich für die Förderung durch seine Mitglieder und Spender, durch die Bayerische Staatsregierung, vertreten durch die Regierung von Oberbayern, durch den Freistaat Bayern, vertreten durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, durch die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern, durch den Verband der Bayerischen Bezirke und die sieben Bayerischen Regierungsbezirke.

Einladungs-Faltblatt für den Fachtag auf Kloster Banz:

16. April 2016


Bayreuth war ein voller Erfolg

Pressemitteilung
des BayPE e.V.
zu den Ergebnissen des Bayreuther Selbsthilfe-Tages am 26. März 2016:

Beglückende Inklusion am Selbsthilfetag

Am Karsamstag veranstaltete der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener einen Selbsthilfetag im Evangelischen Gemeindehaus in der Richard-Wagner-Straße 24 in Bayreuth. Interessierte, die entweder bereits einer Selbsthilfegruppe angehörten, auf der Suche nach einem Angebot waren oder sich über eine Gründung informieren wollten, wurden eingeladen.

Pünktlich um 9:30 Uhr begrüßte Frau Heland-Graef, Mitglied im Vorstand des Bayerischen Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener die Vertretung der Oberbürgermeisterin von Bayreuth, Frau Steininger von der Fraktion Bündnis 90/Grüne. Frau Steininger erzählte, wie sehr sie sich freue die Teilnehmenden zu dem Selbsthilfetag begrüßen zu dürfen und gab unumwunden zu, dass für sie Selbsthilfe lange Zeit nur in Verbindung zu Körperbehinderungen ein Thema gewesen sei.

Umso mehr freue es sie, an diesem Selbsthilfetag eines Besseren belehrt zu werden. Es sei ihr wichtig, dass es nicht nur negative Schlagzeilen gibt. Als Beispiel erwähnt Frau Steininger den Germanwings-Absturz. Außerdem betont sie den Erfolg, dass gerade vom Bayerischen Landtag ein neues Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz auf den Weg gebracht werde.

Frau Claudia Friedel, von der Selbsthilfeunterstützungsstelle Bayreuth (angesiedelt in den Räumen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes) konnte man die Freude förmlich ansehen, dass auch Menschen von anderen Selbsthilfegruppen gekommen sind. Anhand einer Präsentation stellte sie vor, was Selbsthilfe ist und was sie bewirken kann. Frau Heland-Graef ergänzte diesen Beitrag um die Aspekte, das Anliegen zur Selbsthilfe zu gehen, geschehe auch um nicht zu vereinsamen, beziehungsweise sich in der Gemeinschaft zu festigen und gegenseitig zu unterstützen. Frau Gesslein von den Angehörigen Psychisch Kranker Bayreuth rundete die Begrüßung mit Ihrem Grußwort ab.

Frau Heland-Graef, Mitglied im Vorstand des Bayerischen Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener äußerte sich zum Ende der Grußworte und Vorträge zutiefst beindruckt darüber, dass auch von anderen Selbsthilfegruppen Mitglieder gekommen waren. "So können wir von diesem Tag sagen, was andere immer wollen und nicht schaffen", erkannte sie beglückt: "Wir haben Inklusion an diesem Tag gelebt, gearbeitet und uns daran erfreut. Das war eine wertvolle Erfahrung."

Nach einem guten Mittagessen teilten sich die Anwesenden, wie von selbst in eine Gesprächsgruppe und eine Malgruppe auf. "Das war ein sehr lebendiger Selbsthilfetag mit sehr guten Ergebnissen", resümierte Frau Heland-Graef: Wieder einmal wurden wir bestätigt in unserer Arbeit. Rückmeldungen wie "es war für mich positiv gestaltet" oder "habe jetzt neuen Mut und Kraft weiterzumachen" bis zu "es waren gute Strömungen und ein gutes Ergebnis" stehen doch für sich selbst.

04. April 2016


Trialog-Kooperation

16. September 2015: Pressemitteilung zu Kooperationsvereinbarungen

Pressemitteilung
Augsburg, 15.09.2015

Kooperationsvereinbarungen:

Psychiatrie-Erfahrene - Bezirkskliniken - Angehörige




Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Geschäftsstelle
Glückstraße 2
86153 Augsburg
Tel. 0821/45047863
Fax 0821/45047864

www.psychiatrie-erfahrene-bayern.de

Der Bayerische Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE e.V.) begrüßt Kooperationsvereinbarungen zwischen Psychiatrie-Erfahrenen, Bezirkskliniken und Angehörigen. Der BayPE e.V. fordert, dass Kooperationsvereinbarungen immer trialogisch, d.h. zusammen mit den Psychiatrie-Erfahrenen, Bezirkskliniken und Angehörigen erarbeitet werden. Das Ziel ist eine den Patienten zugutekommende Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Prof. Dr. Peter Brieger, Ärztlicher Direktor am Bezirkskrankenhaus Kempten, hat sich in dieser Sache schriftlich an den BayPE e.V. gewandt und uns um eine Stellungnahme gebeten. Auf der Mitgliederversammlung des BayPE e.V. am Samstag, 12.09.2015, in München wurde dieses Thema im Rahmen einer öffentlichen Vorstandssitzung diskutiert.

Punkte, die geklärt werden müssen, sind:

Margarete Blank (Vorstand des BayPE e.V.) erklärt: "Wir fordern die Verwendung des weiterentwickelten Angehörigen-Begriffs, der der heutigen Lebensrealität entspricht. Wir stellen uns vor, dass die Kooperationsvereinbarung die bestehenden Versorgungsmöglichkeiten ergänzt und die Behandlungsqualität im Sinne eines systemischen Ansatzes verbessert."

Für Rückfragen:
- Margarete Blank: 01520 - 948 74 11
- Geschäftsstelle: Xaver Deniffel, Mo bis Fr 9 - 13 Uhr: 0821 - 450 478 63

15. September 2015


Bündnis Psych(K)HG erklärt:

"Umfassende Reform des bayerischen Unterbringungsgesetzes jetzt notwendig!"

Pressemeldung des BayPE e.V. vom 23. Juni 2014

Nach 13 Jahren arbeitet der BayPE wieder am gleichen Gesetz. Wir wollen kein Sondergesetz für eine bestimmte Personengruppe wie zur NS-Zeit. Gesetzliche Regelungen, die allen Bürgern zu Gute kommen, sind jedoch auch in Bayern Aufgabe des Gesetzgebers, der hier in der Pflicht steht, Gesundheit und Leben seiner Bürger zu schützen und dafür eine ordnungsgemäße gesetzliche Grundlage zu schaffen.


Nürnberg: Pressekonferenz Bündnis Psych(K)HG am 23. Juni 2014

Was soll Inhalt dieses Gesetzes sein?

Ein bayerisches PsychHG soll ein Hilfe-Gesetz sein, das Hilfe in einer psychosozialen/seelischen Krise zusichert. Die Bewältigung dieser Krisen wird allen Menschen in Bayern gewährt. Qualitätsansprüche werden dadurch effektiv überprüfbar und einklagbar durch Betroffene und deren Verbände.

Wie sieht Hilfe aus?

Betroffenen sollen durch das Hilfsangebot in folgenden Bereichen geschützt bzw. gefördert werden:

  • Schutz der körperlichen und sozialen Unversehrtheit
  • Förderung der Eigenverantwortlichkeit
  • Förderung des Selbstbewusstseins und
  • Entwicklung der eigenen Persönlichkeit

    (z.B. durch eigeneständiges Lernen und/oder mittels Unterstützung von Helfern - oder beispielsweise über das Finden eigener Lösungsansätze aus einer Krise heraus - oder das Einbeziehen der eigenen Lebenserfahrungen)

Über diesen genannten Aufgaben bzw. Zielen des Hilfsangebotes/PsychHG steht als oberstes Gebot die Achtung der Würde seelisch Betroffener. Dies zu betonen ist uns wichtig, da der Schutz dieses unveräußerlichen Menschenrechts mit der bisherigen gesetzlichen Regelung nicht (ausreichend) gewährleistet wurde. Ebenso dürfen körperliche, psychische, medikamentöse und strukturelle Gewalt und deren oft tödliche Folgeschäden nicht mehr gedeckt sein. Der Hilfesuchende muss mit dem PsychHG vor diesen Schäden geschützt werden.

Festgeschrieben werden Herangehensweisen, die zur Heilung führen. Stichwort: Open Dialog u.a. (siehe weiter unten auf dieser Seite).

Leben, Lebensqualität und Leistungskraft der Bürger werden gefördert und nicht werbewirksam propagiert.

Ein Krisendienst ist dann erreichbar, wenn er benötigt wird, d.h. 365 Tage a 24 Std. Die sich gegenseitig blockierenden Strukturen und Zuständigkeiten des Gesundheitswesens werden entsprechend Ihrer eigentlichen Aufgabe geordnet, Niederschwelligkeit und Subsidiarität beachtet.

Ausführende und Ansprechpartner für den Hilfesuchenden sind geeignete psychologisch qualifizierte Personen. Nach unserer Erfahrung trifft das auf Psychiater/Neurologen nicht automatisch zu.

Die Verordnung von Medikamenten wird nachrangig, angepasst, fachlich kompetent und insbesondere frei von Interessen Dritter gehandhabt.

Übergangsregelung

Patienten, die durch langjährige herkömmliche psychiatrische Behandlung geschädigt wurden, werden behutsam und angemessen begleitet.

Zusatz

Alle Opfer der Euthanasie erhalten unverzüglich einen Anspruch auf Opferrente.

Beispiele

  1. Ein Mensch gerät am Sonntag in einer Großstadt in eine Krise. Ein SPDi hat sich völlig geschlossen, der verbliebene SPDi ist abends und am Wochenende geschlossen. Der Mensch besucht das Café, das die Selbsthilfe anbietet, erfährt eine annehmende Atmosphäre und es gelingt ihm, sich selbst wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

  2. Ein Mensch hat drängende existentielle Fragen. Er ruft die Telefonseelsorge an. Die Angerufene fühlt sich überfordert und verweigert das Gespräch.

  3. Ein Mensch bekommt Panik oder Depressionen in der Nacht. Er traut sich nicht, Freunde oder Familie anzurufen. Ein Telefonat hätte die Situation entspannen können. So verschlechtert sich die Situation.

  4. Der vom Roten Kreuz angebotene, auf Autos groß deklarierte Krisendienst, ist für seelische Krisen doch nicht zuständig.

  5. Einer älteren, gehbehinderten Dame mit Rollator kommt kürzlich im Zug ihr Gepäck abhanden. Darin sind ihre starken Dauer-Schmerzmedikamente, Geld, Wohnungsschlüssel und Ausweis. Genau diesen verlangt der um Hilfe gebetene Bahnpolizist von ihr und schickt sie weg. Die Beamtin am Infopoint des Haußbahnhofes behauptet unrichtigerweise, sie hätte keinen Zuggriff auf Gepäck, das im Nebenraum liegt. Hätte ein Krisendienst die darauffolgende Obdachlosigkeit verhindern können?

  6. Ein Mensch erlebt stärker werdende Wahrnehmungen. Er meidet Arzt und SPDi, da er die zwangsweise Überbringung in das zuständige BKH fürchtet, dessen desolate Verhältnisse ihm bekannt sind. Er flieht über Land mit dem Fahrrad. Tage später werden die Angehörigen von der Polizei informiert. Diese müssen ihn von einem Feld holen, wo er sich an einem Misthaufen gewärmt hatte in kalten Nächten.

  7. Weitere Fluchtversuche von ihm und anderen, zu Fuß im Winter, mit der Bahn, in andere Länder und Kontinente, und die kraft- und ressourcenraubenden Umstände des Zurückkommens würden Bände füllen. Dazu kommt, dass diese Menschen oft Opfer von Verbrechen werden.

  8. Ein Mensch klettert auf das Dach einer Firma, das von seiner Konstruktion sehr zum Klettern einlädt. Er wird auf der Geschlossenen zwangsmedikamentiert, fixiert, allein in sein Zimmer eingesperrt, unter gesetzliche Betreuung gestellt. Er selbst wäre gerne wegen Hausfriedensbruch angezeigt worden und dafür gerade gestanden. Auslöser war vermutlich auch die abrupte Veränderung der Neuroleptika-Dosis. Der Patient hatte weder zuvor noch danach einen Psychiater, der sich selbst und seinen Patienten diesbezüglich geschult hätte. Das kann kein Krisendienst leisten, aber ein wie auch immer gearteter Krisen-vorsorge-dienst.

  9. Ein Angehöriger ruft die Rettung. Die Sanitäter fahren den Patienten im Krankenwagen und sprechen mit ihm. Noch bevor die im Krankenhaus angekommen sind hat dem Patienten das Gespräch, außerhalb der eskalierenden häuslichen Situation geholfen. Fazit: Personen mit psychologischem Können und aus nicht-psychiatrischem Umfeld sind wichtig.

  10. Ein Vorstandsmitglied eines Selbsthilfevereins hat berechtigte Befürchtungen, dass ein Psychiatrie-Erfahrener von einer bestimmten Brücke springt und bittet die Polizei um Hilfe. Diese sieht keine Veranlassung zu handeln. Der Patient springt von der Brücke und hat seitdem schmerzhafte orthopädische Probleme.

  11. Ein Mensch geht in die BKH-Notaufnahme. Dort wird (vorgeblich) nach einem Bett auf der offenen Station telefoniert. Auf dem Weg dorthin wird ihm mitgeteilt, daß er doch auf die geschossenen Station kommt. Er sagt nein. Daraufhin wird er von mehreren Männern überwältigt, gefesselt und eingesperrt. Lügen verstärken erfahrungsgemäß Krisen.

  12. Eine Frau wird von ihrem Ehemann und seiner Freundin ausgesperrt durch heimliches Wechseln der Haustürschlösser. Sie ist nun obdach- und mittellos und macht einen Suizidversuch. Ein Krisendienst hätte Ihr den Rat geben können, sich mittels Polizei Zutritt zu verschaffen.

  13. Ein Mensch macht sich Sorgen um sein entfernt wohnendes erwachsenes Kind. Er ruft die Polizei wegen Selbstmordes. Die Beamten brechen die Türe der leeren Wohnung auf, beschädigen die Türe sichtbar, sie parken sichtbar und lange vor dem Haus. Durch einen guten Krisendienst soll den Familien dieser Zwang zu Lüge und Hausfriedensbruch und seiner langfristigen Folgen erspart bleiben.

  14. Ein Mensch hat eine psychische Krise. Der Arbeitgeber verhält sich unprofessionell, versucht sie zur Medikation zu zwingen, kündigt heimlich die Krankenkasse u.v.m. Die Frau ist isoliert, die Situation verschärft sich, starke körperliche Beschwerden kommen dazu, aber der Arzt verweigert die Behandlung. Das Umfeld kann Verhalten und Situation nicht nachvollziehen und macht Druck. Die Arbeitsassistentin macht einen Besuch, aber auf das akute Problem des Nahrungsmangels und das zunehmende Untergewicht regiert nur eine hochbetagte Nachbarin mit einer freundlichen Essenseinladung. Ein hilfreicher Krisendienst hätte hier gute Arbeit leisten können, jedoch nur unter der Prämisse der Freizügigkeit.

  15. Ein Mensch hat, für die Mitbewohnerin unerträgliche, Wahnvorstelllungen. Diese bittet die Freundin, die Polizei zu rufen. Hätte die Freundin die Möglichkeit gehabt, den Krisendienst zu rufen, würde die Freundschaft möglicherweise heute noch bestehen.

  16. Nachbarn rufen mit aufgeregten Worten die Polizei. Die Beamten handeln gemäß ihrer Ausbildung. Der Wohnungsbesitzer wird erschossen, obwohl

    1. Fall: die gemeldete Gefährdung gar nicht bestanden hatte.
    2. Fall: die Situation hätte kompetent gelöst werden können.

    Die diesbezüglichen Zahlen sind immer noch erschreckend.

  17. Ein Mensch erhält im zuständigen BKH Psychopharmaka, die sein Herz schädigen. Er wir in der Kardiologie behandelt. Dort wir Ihm mitgeteilt, dass er das besagte Medikament unter keinen Umständen mehr nehmen darf. Im BKH erhält er dieses Medikament trotzdem und kommt qualvoll ums Leben. Familie und Freunde sehen keine Möglichkeit, die Dinge aufzuklären, zu entkräften oder sanktionieren zu lassen. Der Patient war nach Deutschland gekommen wegen unserer "besseren Psychiatrie".

40 Jahre nach Unterzeichnung der Psychiatrie-Enquete, die fast erfolglos die Auflösung der Anstalten forderte, ist nun der nächste Schritt zu tun, damit unsere Geschichte, unsere Kultur und unser Rechtsstaat international und von den Bürgern Bayerns ernst genommen wird.

Für den Vorstand
Margarete Blank

24. Juni 2014


Eröffnung der Geschäftsstelle Augsburg

Eröffnungsfeier unserer BayPE-Geschäftsstelle in Augsburg

Pressebericht vom 30.07.2013

Am heutigen Vormittag fand die Eröffnung der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V. im Hotel am Park in Augsburg statt. Nach einer Präsentation von Martina Heland-Gräf über die Geschichte des eingetragenen Vereines und einer Lichtbildvorführung über die neue Geschäftsstelle, folgten Grußworte vom stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten, Alfons Weber und vom Ordnungsreferenten der Stadt Augsburg, Dr. Volker Ullrich. Staatssekretär a.D. Bernd Kränzle richtete danach noch ein paar Worte an das Publikum. Anschließend folgte noch ein Referat von Irmgard Badura, der Beauftragten der Bayerischen Landesregierung, für die Belange von Menschen mit Behinderungen, zum Thema Selbsthilfe. Unter den Gästen befand sich noch Frau Frau Wenk-Wolff vom Verband der Bayerischen Bezirke und Herr Maximilian Monzer vom Bezirk Schwaben. Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte Margarete Blank. Alles in allem ein gelungener Festakt zu dem erfreulichen Ereignis!

Augsburg, den 30.07.2013
Reinhold Hasel, Pressesprecher

31. Juli 2013


Tod eines Psychiatrie-Patienten

Pressemitteilung zum Brandopfer in Mainkofen

Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nehmen wir den Tod des 53-jährigen Psychiatriepatienten in der Klinik Mainkofen am vergangenen Mittwoch zur Kenntnis. Der Mann war fixiert, d.h. er konnte sich nicht bewegen, Hilfe holen oder flüchten. Erst letztes Jahr war im Klinikum Ingolstadt auf einer geschlossenen Station ein fixierter Patient von einem Mitpatienten mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und angezündet worden. Der Mann überlebte mit schweren Verbrennungen und seine Qualen sind nicht genug gewesen, um das unselige Fixierungswesen endlich in menschenwürdigere Bahnen zu bringen.

Damit unser Freund das letzte Opfer dieser falschen Politik sein wird, fordern wir ab sofort nur noch Fixierungen mit einer Sitzwache zum Schutz des Patienten vorzunehmen. Das Umzusetzen muss Pflicht für alle Psychiatrien in Bayern sein. Des Weiteren fordern wir umgehend alle Anstrengungen zu unternehmen, Zwangsbehandlungen in der Psychiatrie einzustellen und geeignetere Maßnahmen zur Deeskalation und Beruhigung zu finden.

Der 2011 gegründete 50-köpfige Expertenkreis Psychiatrie am STMUG arbeitet mit seiner Arbeitsgruppe "Freiheitsentziehende Maßnahmen" auch mit zwei ehrenamtlichen Vertretern des BayPE e.V., dem Bayrischen Landesverband Psychiatrie-Erfahrener, an der Thematik.

Wir, der BayPE e.V., fordern ein Bekenntnis der Bayrischen Landesregierung zum Schutz der Psychiatrie-Patienten und der Wahrung ihrer Grundrechte. Der Brand ist aufzuklären. Die Verantwortlichen für diesen Tod sind zur Rechenschaft zu ziehen. Noch viel wichtiger ist aber ein Umdenken aller Klinik-Ärzte und ihre konstruktive Mitarbeit an der Abschaffung von Zwangsmaßnahmen. Natürlich gilt unser Mitgefühl auch dem Klinikpersonal, soweit für dieses dieser Todesfall selbst ein Trauma ist. Ist es nicht bezeichnend, daß der Tod eines anvertrauten Menschen durch die Fixierung in Räumlichkeiten ohne Rauchmelder in Kauf genommen wurde?

Fixierungen sind in Bayern viel zu häufig und dauern viel zu lange an. Damit steigt die Gefahr erheblich dass Patienten geschädigt werden. 2011 wurde in Augsburg eine Frau zehn Wochen lang fixiert und durch Besuchsverbot isoliert. Auch die praktizierte Verweigerung von Flüssigkeit, schmerzhafte, zu feste, die Atmung behindernde Fesseln, die Erzwingung einer schmerzhaften starren und unnatürlichen Kopf- und Körperhaltung, dadurch bedingte Behinderung des dringend notwendigen Schlafes, und nicht zuletzt die Verweigerung bzw. Erniedrigung beim Wasserlassen sind Methoden der Folter und Traumatisierung und nicht der Heilung. Sie beschädigen die Menschenwürde: Die seelische Gesundheit der Patienten und des ärztlichen und pflegerischen Personals und fördern die Ächtung der Opfer.


München, den 2. Juli 2012

Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener (BayPE e.V.), c/o Müpe
Thalkirchner Str. 10 , 80337 München
Almuth Rönner, Margarete Blank, Achim Kuck und Reinhold Hasel

06. Juli 2012