Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.


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Pressemitteilungen

Inhalt:

  1. Facetten der Selbsthilfe (Pressebericht aus Regensburg)
  2. Einladung zum Selbsthilfetag nach Regensburg
  3. Einweisung eskaliert im Todesschuss - Stellungnahme des BayPE
  4. 20-Jahr-Feier mit Fachtag im Kloster Banz
  5. Fachtag organisierter Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfe in Bayern
  6. Beglückende Inklusion am Selbsthilfetag in Bayreuth
  7. Kooperationsvereinbarungen PE - Ärzte - Angehörige
  8. Eröffnungsfeier unserer BayPE-Geschäftsstelle in Augsburg
  9. Pressemitteilung zum Brandopfer in Mainkofen


Facetten der Selbsthilfe

Psychiatrie-Erfahrene kommen in Regensburg zum Austausch zusammen

Pressebericht des BayPE e.V.

R e g e n s b u r g - Draußen ein farbenfrohes Buffet, drinnen musikalische Grüße vom Verbandsorchester: Wenn der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE) zum Selbsthilfetag einlädt, diesmal für den 10. März nach Regensburg zum Bezirk Oberpfalz, sollen die Betroffenen sich wohl fühlen. Der Verband versteht es, einen lockeren Rahmen zu schaffen, für Themen, die nicht immer angenehm sind. Nicht auf Krankheit liegt aber der Focus, sondern auf Selbsthilfe.

Martina Heland-Gräf aus dem BayPE-Vorstand liest aus ihrem Buch und berichtet, wie Schreiben ihr hilft: "Alles was ich aus meinem Kopf schreibe, ist dann nicht mehr drin und muss ich dann nicht mehr rumtragen." Und eine Besucherin bestätigt die heilsame Wirkung des Schreibens: "Es tut der Psyche gut, wenn man mal zu dem steht, was in einem ist."

Selbsthilfe kann Hand in Hand mit den Profis gehen, zum Beispiel beim Abschluss einer Behandlungsvereinbarung. Dies ist eine schriftlichen Abmachung des Patienten mit der Klinik zur Vorsorge: Das gesunde Selbst kümmert sich im Voraus um die kranken Anteile für den Fall einer Krise. Über die Behandlungsvereinbarung referierte Dr. Victoria Popara, Oberärztin am Bezirksklinikum Regensburg.

In der Abschlussrunde teilten die Gäste ihre Erfahrungen aus Selbsthilfegruppen und diskutierten auch die gesundheitspolitische Dimension der Selbsthilfe. Zunehmend können Betroffene in Gremien ihre Position einbringen. Allein ihre Teilnahme, so die Erfahrung, kann die Atmosphäre und die Wortwahl ändern.

17. März 2017


Selbsthilfetag in Regensburg

Einladung an alle Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung 

Pressemitteilung des BayPE e.V.

REGENSBURG. Am 10. März 2017 findet in Regensburg

im Festsaal des Bezirks Oberpfalz
Ludwig-Thoma-Str. 14
von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr

ein Selbsthilfetag für Menschen statt, die selbst seelische Krisen und psychiatrische Behandlung erlebt haben. Veranstalter ist der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE). Der Selbsthilfetag findet in Kooperation mit dem Verein "Irren ist menschlich e.V." und mit Unterstützung der Sozialverwaltung des Bezirks Oberpfalz statt.

Ziel ist die Vernetzung der Selbsthilfe in der Region. "Alle können kommen", sagt Martina Heland-Gräf, Vorstand im BayPE. "Sie können feststellen, dass sie nicht alleine sind und zusammen mehr bewirken können." Die Veranstaltung folgt ganz einem alten Motto der Selbsthilfe: "Gemeinsam sind wir stark!" Betroffene, die noch keinen Kontakt zur Selbsthilfe hatten, können sie hier unverbindlich kennenlernen.

Es gibt zwei Vorträge und viel Raum, um selbst gehört zu werden, Fragen zu stellen und anderen Psychiatrie-Erfahrenen zu begegnen. Herr Dr. Benedikt Schreiner, Leiter der Bezirkssozialverwaltung spricht das Grußwort, Frau Dr. Victoria Popara, Oberärztin am Bezirksklinikum Regensburg, nimmt das Thema Vorsorge unter die Lupe. Sie erläutert Krisenpass und Behandlungsvereinbarung. Susanne Stier, Genesungsbegleiterin und Selbsthilfe-Aktive, spricht über Zwang in der Psychiatrie. Für eine gute Atmosphäre sorgen Musik, Mittagessen und Getränke. Unkostenbeitrag: 5 Euro.

Rückfragen und Anmeldung:
- Tel. 0821 - 450 47 863

   

27. Januar 2017


Schußwaffengebrauch mit Todesfolge

PRESSEMITTEILUNG


Augsburg, den 28. Juli 2016

"Wir fordern Aufklärung"

Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. alarmiert über Tod eines Patienten bei Polizeieinsatz

Hintergrund

Erharting in Oberbayern, 13. Juli 2016: Ein 62-jähriger Bewohner eines Altenheims soll in die Psychiatrie gebracht werden. Eine Polizeistreife rückt an, um den Transport zu begleiten. Als zwei Polizisten mit Sanitätern den Raum betreten, greift der Heimbewohner mit einem Messer an und verletzt einen Polizisten schwer am Bein. Mindestens einer der Polizisten schießt auf den Mann, dieser stirbt noch vor Ort. Er habe unter chronischer Schizophrenie gelitten.

Unsere Stellungnahme

Bei diesem Fall drängt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit des Gewalteinsatzes auf. Wie konnte es zu dieser Eskalation mit tödlichem Ausgang kommen? Wie steht es um die Schulung der Polizei im Umgang mit möglicherweise traumatisierten Menschen?

Der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. will den Tod eines Menschen nicht einfach hinnehmen und fordert eine umfassende öffentliche Aufklärung des Falles.

Die verpflichtende Einbeziehung des Krisendienstes bei Klinikeinweisungen haben wir schon vor einem Jahr am Runden Tisch zum PsychKHG gefordert. Der Fall zeigt erneut, wie notwendig der weitere Ausbau des Krisendienstes ist und wie wichtig es ist, deeskalierend zu wirken.

Dies ist leider nicht der einzige Fall übermäßiger Polizeigewalt gegen Menschen mit psychischer Erkrankung. Wir sind auch über die Anforderung eines Spezialeinsatzkommandos in Kronach (Oberfranken) im Zusammenhang mit der Klinikeinlieferung eines Mannes am 15. Juli alarmiert. Auch hier stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit. Eine Erklärung zu diesem Vorfall steht aus.

Presse-Mitteilung als PDF

01. August 2016


BayPE feiert Jubiläum

Pressemitteilung
Augsburg, 25.04.2016

20 Jahre Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.

Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Geschäftsstelle
Glückstraße 2
86153 Augsburg
Tel. 0821/45047863
Fax 0821/45047864

www.psychiatrie-erfahrene-bayern.de
Ansprechpartnerin: Nina Theofel

Augsburg, Bad Staffelstein - Der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE) feiert sein 20-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass findet am 17. und 18. Mai 2016 eine Feier mit Fachtag im Kloster Banz in Bad Staffelstein statt. Eingeladen sind Selbsthilfe-Aktive, Psychiatrie-Erfahrene, ihre Angehörigen und Freunde sowie alle Interessierten.

Vor 20 Jahren, am 18. Mai 1996, entstand in Nürnberg eine bayerische Arbeitsgemeinschaft innerhalb des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BPE). Hieraus gründete sich in München ein eigenständiger Verein, der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. Dieser arbeitet seitdem bayernweit als Selbsthilfeorganisation und vertritt die Interessen von Menschen, die Erfahrung mit Psychiatrie und seelischen Krisen gemacht haben.

Spätestens seit den 80er Jahren hatte es in Bayern Bestrebungen zur Organisation der Selbsthilfe gegeben. Heute bestehen auch zahlreiche lokale Initiativen, die mit dem Landesverband zusammen arbeiten. Damit ist das Vorurteil wiederlegt, Psychiatrie-Erfahrene seien nicht fähig, sich selbst zu organisieren. Gemeinsam mehr Humanität in der Psychiatrie zu erreichen, lautet die Zielsetzung.

Landtag, Ministerien und Bezirke beziehen den Landesverband heute aktiv in Beratungen mit ein. Die größte Veränderung in der Vereinsgeschichte: 2013 wurde die Geschäftsstelle in Augsburg aufgebaut. Diese ist mittlerweile an allen Wochentagen besetzt (Mo-Mi, Fr 9-13, Do 9-13 Uhr und 16-18 Uhr).

30. April 2016


20 Jahre Einsatz für Psychiatrie-Erfahrene

Einladung zum Fachtag organisierter Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfe in Bayern

Pressemeldung

Der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE e.V.) feiert mit einem Fachtag sein 20-jähriges Jubiläum

von
Dienstag, 17. bis Mittwoch, 18. Mai 2016
im Bildungszentrum Kloster Banz.

Eingeladen sind alle Mitglieder und Aktive in der Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener, sowie Angehörige von Menschen mit der Erfahrung psychischer Krisen, deren Freunde und Förderer.

Den Auftakt bilden Glückwünsche und Grußworte

  • von Herrn Achim Kuck, Vorstandsmitglied des BayPE e.V.
  • von Frau Kathrin Sonnenholzner, Mitglied des Bayerischen Landtags
  • von Frau Susanne Stier, Vorstandsmitglied der Münchener Psychiatrie-Erfahrenen e.V.
  • von Herrn Dr. Georg Walzel, Ministerialdirigent des Ministeriums für Gesundheit und Pflege
  • von Frau Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Menschen mit Behinderung
  • und von Frau Heidi Popp, vom Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker
  • angefragt ist Herr Josef Mederer, Präsident des Bayerischen Bezirketags

Für den musikalischen Rahmen spielt das Landesverbandsorchester auf.

Mit der Lesung des Augenzeugentextes Wie es begann - Bayerns Psychiatrie-Erfahrene organisieren sich und dem Impuls-Referat Recovery-Bewegung wird die Richtung des ersten Tages gezeichnet. Die Teilnehmenden werden sich auf ihre Ressourcen und Bedarfe besinnen können um gemeinsam in Kleingruppen exemplarisch Beispiele für gelingende Alternativen zur herkömmlichen psychiatrischen Behandlung zu erarbeiten und zu formulieren.

Am zweiten Tag referiert Herr Werner Brand, Bürgerhilfe in der Psychiatrie, Landesverband Bayern e.V. zum Thema "Achtsamkeit". Anschließend werden diverse Gesprächsforen angeboten.

Dabei soll eine Gewissheit den Teilnehmenden bleiben:
Vor 20 Jahren, am 18. Mai 1996, konstituierte sich in Nürnberg die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie Erfahrener im Bundesverband Psychiatrie Erfahrener e.V. aus der heraus sich der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. 2001 als Verein gründete und heute nach 20 Jahren ist er immer noch da.

Der BayPE e.V. bedankt sich für die Förderung durch seine Mitglieder und Spender, durch die Bayerische Staatsregierung, vertreten durch die Regierung von Oberbayern, durch den Freistaat Bayern, vertreten durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, durch die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern, durch den Verband der Bayerischen Bezirke und die sieben Bayerischen Regierungsbezirke.

Einladungs-Faltblatt für den Fachtag auf Kloster Banz:

16. April 2016


Bayreuth war ein voller Erfolg

Pressemitteilung
des BayPE e.V.
zu den Ergebnissen des Bayreuther Selbsthilfe-Tages am 26. März 2016:

Beglückende Inklusion am Selbsthilfetag

Am Karsamstag veranstaltete der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener einen Selbsthilfetag im Evangelischen Gemeindehaus in der Richard-Wagner-Straße 24 in Bayreuth. Interessierte, die entweder bereits einer Selbsthilfegruppe angehörten, auf der Suche nach einem Angebot waren oder sich über eine Gründung informieren wollten, wurden eingeladen.

Pünktlich um 9:30 Uhr begrüßte Frau Heland-Graef, Mitglied im Vorstand des Bayerischen Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener die Vertretung der Oberbürgermeisterin von Bayreuth, Frau Steininger von der Fraktion Bündnis 90/Grüne. Frau Steininger erzählte, wie sehr sie sich freue die Teilnehmenden zu dem Selbsthilfetag begrüßen zu dürfen und gab unumwunden zu, dass für sie Selbsthilfe lange Zeit nur in Verbindung zu Körperbehinderungen ein Thema gewesen sei.

Umso mehr freue es sie, an diesem Selbsthilfetag eines Besseren belehrt zu werden. Es sei ihr wichtig, dass es nicht nur negative Schlagzeilen gibt. Als Beispiel erwähnt Frau Steininger den Germanwings-Absturz. Außerdem betont sie den Erfolg, dass gerade vom Bayerischen Landtag ein neues Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz auf den Weg gebracht werde.

Frau Claudia Friedel, von der Selbsthilfeunterstützungsstelle Bayreuth (angesiedelt in den Räumen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes) konnte man die Freude förmlich ansehen, dass auch Menschen von anderen Selbsthilfegruppen gekommen sind. Anhand einer Präsentation stellte sie vor, was Selbsthilfe ist und was sie bewirken kann. Frau Heland-Graef ergänzte diesen Beitrag um die Aspekte, das Anliegen zur Selbsthilfe zu gehen, geschehe auch um nicht zu vereinsamen, beziehungsweise sich in der Gemeinschaft zu festigen und gegenseitig zu unterstützen. Frau Gesslein von den Angehörigen Psychisch Kranker Bayreuth rundete die Begrüßung mit Ihrem Grußwort ab.

Frau Heland-Graef, Mitglied im Vorstand des Bayerischen Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener äußerte sich zum Ende der Grußworte und Vorträge zutiefst beindruckt darüber, dass auch von anderen Selbsthilfegruppen Mitglieder gekommen waren. "So können wir von diesem Tag sagen, was andere immer wollen und nicht schaffen", erkannte sie beglückt: "Wir haben Inklusion an diesem Tag gelebt, gearbeitet und uns daran erfreut. Das war eine wertvolle Erfahrung."

Nach einem guten Mittagessen teilten sich die Anwesenden, wie von selbst in eine Gesprächsgruppe und eine Malgruppe auf. "Das war ein sehr lebendiger Selbsthilfetag mit sehr guten Ergebnissen", resümierte Frau Heland-Graef: Wieder einmal wurden wir bestätigt in unserer Arbeit. Rückmeldungen wie "es war für mich positiv gestaltet" oder "habe jetzt neuen Mut und Kraft weiterzumachen" bis zu "es waren gute Strömungen und ein gutes Ergebnis" stehen doch für sich selbst.

04. April 2016


Trialog-Kooperation

16. September 2015: Pressemitteilung zu Kooperationsvereinbarungen

Pressemitteilung
Augsburg, 15.09.2015

Kooperationsvereinbarungen:

Psychiatrie-Erfahrene - Bezirkskliniken - Angehörige




Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Geschäftsstelle
Glückstraße 2
86153 Augsburg
Tel. 0821/45047863
Fax 0821/45047864

www.psychiatrie-erfahrene-bayern.de

Der Bayerische Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE e.V.) begrüßt Kooperationsvereinbarungen zwischen Psychiatrie-Erfahrenen, Bezirkskliniken und Angehörigen. Der BayPE e.V. fordert, dass Kooperationsvereinbarungen immer trialogisch, d.h. zusammen mit den Psychiatrie-Erfahrenen, Bezirkskliniken und Angehörigen erarbeitet werden. Das Ziel ist eine den Patienten zugutekommende Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Prof. Dr. Peter Brieger, Ärztlicher Direktor am Bezirkskrankenhaus Kempten, hat sich in dieser Sache schriftlich an den BayPE e.V. gewandt und uns um eine Stellungnahme gebeten. Auf der Mitgliederversammlung des BayPE e.V. am Samstag, 12.09.2015, in München wurde dieses Thema im Rahmen einer öffentlichen Vorstandssitzung diskutiert.

Punkte, die geklärt werden müssen, sind:

Margarete Blank (Vorstand des BayPE e.V.) erklärt: "Wir fordern die Verwendung des weiterentwickelten Angehörigen-Begriffs, der der heutigen Lebensrealität entspricht. Wir stellen uns vor, dass die Kooperationsvereinbarung die bestehenden Versorgungsmöglichkeiten ergänzt und die Behandlungsqualität im Sinne eines systemischen Ansatzes verbessert."

Für Rückfragen:
- Margarete Blank: 01520 - 948 74 11
- Geschäftsstelle: Xaver Deniffel, Mo bis Fr 9 - 13 Uhr: 0821 - 450 478 63

15. September 2015


Eröffnung der Geschäftsstelle Augsburg

Eröffnungsfeier unserer BayPE-Geschäftsstelle in Augsburg

Pressebericht vom 30.07.2013

Am heutigen Vormittag fand die Eröffnung der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V. im Hotel am Park in Augsburg statt. Nach einer Präsentation von Martina Heland-Gräf über die Geschichte des eingetragenen Vereines und einer Lichtbildvorführung über die neue Geschäftsstelle, folgten Grußworte vom stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten, Alfons Weber und vom Ordnungsreferenten der Stadt Augsburg, Dr. Volker Ullrich. Staatssekretär a.D. Bernd Kränzle richtete danach noch ein paar Worte an das Publikum. Anschließend folgte noch ein Referat von Irmgard Badura, der Beauftragten der Bayerischen Landesregierung, für die Belange von Menschen mit Behinderungen, zum Thema Selbsthilfe. Unter den Gästen befand sich noch Frau Frau Wenk-Wolff vom Verband der Bayerischen Bezirke und Herr Maximilian Monzer vom Bezirk Schwaben. Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte Margarete Blank. Alles in allem ein gelungener Festakt zu dem erfreulichen Ereignis!

Augsburg, den 30.07.2013
Reinhold Hasel, Pressesprecher

31. Juli 2013


Tod eines Psychiatrie-Patienten

Pressemitteilung zum Brandopfer in Mainkofen

Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nehmen wir den Tod des 53-jährigen Psychiatriepatienten in der Klinik Mainkofen am vergangenen Mittwoch zur Kenntnis. Der Mann war fixiert, d.h. er konnte sich nicht bewegen, Hilfe holen oder flüchten. Erst letztes Jahr war im Klinikum Ingolstadt auf einer geschlossenen Station ein fixierter Patient von einem Mitpatienten mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und angezündet worden. Der Mann überlebte mit schweren Verbrennungen und seine Qualen sind nicht genug gewesen, um das unselige Fixierungswesen endlich in menschenwürdigere Bahnen zu bringen.

Damit unser Freund das letzte Opfer dieser falschen Politik sein wird, fordern wir ab sofort nur noch Fixierungen mit einer Sitzwache zum Schutz des Patienten vorzunehmen. Das Umzusetzen muss Pflicht für alle Psychiatrien in Bayern sein. Des Weiteren fordern wir umgehend alle Anstrengungen zu unternehmen, Zwangsbehandlungen in der Psychiatrie einzustellen und geeignetere Maßnahmen zur Deeskalation und Beruhigung zu finden.

Der 2011 gegründete 50-köpfige Expertenkreis Psychiatrie am STMUG arbeitet mit seiner Arbeitsgruppe "Freiheitsentziehende Maßnahmen" auch mit zwei ehrenamtlichen Vertretern des BayPE e.V., dem Bayrischen Landesverband Psychiatrie-Erfahrener, an der Thematik.

Wir, der BayPE e.V., fordern ein Bekenntnis der Bayrischen Landesregierung zum Schutz der Psychiatrie-Patienten und der Wahrung ihrer Grundrechte. Der Brand ist aufzuklären. Die Verantwortlichen für diesen Tod sind zur Rechenschaft zu ziehen. Noch viel wichtiger ist aber ein Umdenken aller Klinik-Ärzte und ihre konstruktive Mitarbeit an der Abschaffung von Zwangsmaßnahmen. Natürlich gilt unser Mitgefühl auch dem Klinikpersonal, soweit für dieses dieser Todesfall selbst ein Trauma ist. Ist es nicht bezeichnend, daß der Tod eines anvertrauten Menschen durch die Fixierung in Räumlichkeiten ohne Rauchmelder in Kauf genommen wurde?

Fixierungen sind in Bayern viel zu häufig und dauern viel zu lange an. Damit steigt die Gefahr erheblich dass Patienten geschädigt werden. 2011 wurde in Augsburg eine Frau zehn Wochen lang fixiert und durch Besuchsverbot isoliert. Auch die praktizierte Verweigerung von Flüssigkeit, schmerzhafte, zu feste, die Atmung behindernde Fesseln, die Erzwingung einer schmerzhaften starren und unnatürlichen Kopf- und Körperhaltung, dadurch bedingte Behinderung des dringend notwendigen Schlafes, und nicht zuletzt die Verweigerung bzw. Erniedrigung beim Wasserlassen sind Methoden der Folter und Traumatisierung und nicht der Heilung. Sie beschädigen die Menschenwürde: Die seelische Gesundheit der Patienten und des ärztlichen und pflegerischen Personals und fördern die Ächtung der Opfer.


München, den 2. Juli 2012

Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener (BayPE e.V.), c/o Müpe
Thalkirchner Str. 10 , 80337 München
Almuth Rönner, Margarete Blank, Achim Kuck und Reinhold Hasel

06. Juli 2012