Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.


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Schwerpunkt-Artikel

Inhalt:

  1. Rechte für Menschen mit Behinderungen
  2. Psychiatrietagung "zugehörig - angewiesen - gemeinsam"
  3. Position des Verbandes zur Isolierzimmer-Petition
  4. Grußwort zur Ausstellungseröffnung "erfasst, verfolgt, vernichtet."
  5. Eckpunkte und Runder Tisch für ein Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz
  6. Dr. Volkmar Aderhold: Neuroleptika sparsamer einsetzen!
  7. Umfassende Reform des bayerischen Unterbringungsgesetzes jetzt notwendig!
  8. Ad-hoc Arbeitskreis "Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie"
  9. "Wir brauchen auch in Bayern ein Hilfegesetz für den psychiatrischen Bereich!"
  10. Lassen Sie keine Zwangsmaßnahmen zu!


Behindertenrechte noch unzureichend umgesetzt

10 Jahre UN-Behindertenrechts-Konvention

Nein, man spricht nicht mehr von "Behinderten"! Man sagt jetzt "Menschen mit Behinderungen". Seit Verabschiedung der Konvention durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 13. Dezember 2006 sind die Rechte von behinderten Menschen stärker in den öffentlichen Fokus geraten. Aber reicht die political correctness in der Sprache aus, um wirkliche Lebensverbesserungen für betroffene Menschen zu erreichen?

Genauso wie Menschen mit Gehbehinderungen bräuchten psychisch erkrankte Schwerbehinderte auch freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da sie durch die Medikamenteneinnahme in der Fahrttüchtigkeit eingeschränkt sind und oft auch finanziell gar nicht in der Lage sind, sich ein motorisiertes Gefährt anzuschaffen.

Auch auf anderem Gebiet ist der Schwerbehindertenausweis nicht gerade von Vorteil: nämlich bei der Arbeitssuche! Auch wenn dem Gesetzgeber hier, in der Vertragsfreiheit der Parteien, wenig Handlungsspielraum bleibt, so sollte man doch wie bei den Verkehrsnachrichten eine genaue Information der Menschen mit Behinderungen einführen:

"Und nun, liebe Hörerinnen und Hörer, die WÖCHENTLICHEN KARRIERE-CHANCEN FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN. Zur Zeit werden u.a. in folgenden Firmen keine Menschen mit Schwerbehinderten-Ausweis eingestellt: (... es folgt eine lange Liste mit bekannten Namen ...) Desweiteren bieten u.a. folgende öffentliche Arbeitgeber Menschen mit Behinderungen keine Entwicklungsmöglichkeiten: (... es folgen bekannte Städte, Verbände und Ministerien ...) Die komplette Liste, liebe Hörerinnen und Hörer, finden Sie im Internet unter www.bayern.de!"

Das wäre mal ein echter Fortschritt im Sinne der (von anderen) behinderten Menschen! Oder doch nicht?

Welch weiterer Handlungsbedarf noch besteht, erläutert Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle des Deutschen Instituts für Menschenrechte auf folgender Internetseite: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/aktuell/news/meldung/article/10-jahre-un-behindertenrechtskonvention/

Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht der BayPE-Vorstand
allen Menschen mit Behinderungen!

21. Dezember 2016


Psychiatrie-Erfahrene und Politik:
Ohne gemeinsame Gespräche geht es nicht!


Martina Heland-Gräf am 12. Mai 2016 in der Evangelischen Akademie Tutzing auf der Psychiatrietagung "zugehörig - angewiesen - gemeinsam":

Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen, sagte mal Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Und ich sage: Die wichtigste Vision ist die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und da die Politik das noch nicht versteht umzusetzen, werden in der Bundesregierung viele Arzttermine vergeben.

Politik und Psychiatrie-Erfahrene haben sich in den letzten Jahren zusammen mit den Angehörigen-Verbänden in Bayern so angenähert, dass man schon von trialogischen Gesprächen reden kann. Politiker verstehen langsam, dass sie Entscheidungen nicht ohne uns, die Erfahrenen und die Angehörigen, treffen können. Wir wollen hoffen, dass es sich nicht um ein Legislatur- periodensymptom handelt und dann wieder verschwindet, aber je mehr wir mit Politikern reden umso mehr habe ich den Eindruck, dass wir auch lernen, wie Politik geht. Auch wenn ich jetzt etwas salopp sage: Es ist ein Hauen und Stechen und dann wird man sich einig.

Politik im Trialog erwartet, das jeder jedem respektvoll zuhört, bestenfalls nachdenkt und dann punktgenau darauf antwortet. Um dann eben zu einem tragfähigen Ergebnis zu kommen.

In Bayern gehen die Uhren ja anders als andernorts. Wenn es für die Bundesregierung keine Arzttermine mehr gibt, sollten die Bayern das Kontingent auf jeden Fall reservetechnisch erweitern, um die Visionen von Politikern, Psychiatrie-Erfahrenen und Angehörigen im besten trialogischen Stil zu bearbeiten.

Auf dem Einladungsflyer steht: Ein Trialog ist ein Dialog. Meine Oma hat früher zu mir gesagt: "Viele Köche verderben den Brei." Lange habe ich darüber nachgedacht, wie sie das meinte. Je mehr Menschen ein Thema bearbeiten, umso mehr Köpfe rauchen, je mehr Ideen können besprochen werden, aber auch umso größer wird die Gefahr, den roten Faden zu verlieren, welches das Ergebnis in weite Ferne rücken lassen kann.

Unsere BayPE-Politik ist Gesundheitspolitik und nicht nur Jammern. Wir lassen uns auf unangenehme Gespräche und Gesprächssituationen ein und formulieren uns. Es geht uns auch nicht darum, sagen zu können, wir reden mit dem Professor oder Abgeordneten oder einem Minister, wir wollen uns nicht im Glanz hochstehender Persönlichkeiten sonnen. Wir wollen mit ihnen professionell arbeiten und nicht von deren Anerkennung abhängig sein. Das soll heißen: Zusammenarbeiten auf Augenhöhe.

Wir bringen ja auch Fachwissen mit und eignen uns zusätzliches Wissen an, um zielführende und richtige Entscheidungen im Trialog zu treffen. Es gibt Selbsthilfe-Gesprächsgruppen und örtliche Selbsthilfe-Vereine und es gibt den BayPE, der sich politisch für Psychiatrie-Erfahrene in ganz Bayern einsetzt und dabei auch nicht die Vergangenheit der Euthanasie vergisst.

Ausgewogene Gesprächssituationen, egal ob trialogisch oder anderswie, sind nicht zwei gegen einen.

zugehörig - angewiesen - gemeinsam

Das sind drei Wünsche auf einmal.
Ob wir als Psychiatrie-Erfahrene zugehörig sein müssen, weil wir gemeinsam angewiesen sind uns zu definieren, oder ob wir auf jemanden angewiesen und deswegen gemeinsam zugehörig sind, müsste noch trialogisch auf Augenhöhe besprochen werden.

Keine Angst: Das Wortdurcheinander soll nur zum Nachdenken anregen, dass Worte manchmal auch eine Auslegungssache sind und gut gewählt sein wollen. Ich hoffe ich habe mich politisch nicht um Kopf und Kragen geredet und es hat keiner für mich einen Arzttermin ausgemacht.

Diese Veranstaltung war eine wichtige, weil es gelungen ist Trialog wie einen roten Faden durch die Veranstaltung zu schleusen. Um klar zu machen, ohne ein gemeinsames zusammengehöriges aufeinander angewiesenes Gespräch im Trialog oder Dialog geht es nicht. Das ist ein super Ergebnis.

In diesem Sinne freue ich mich als Teil dabei gewesen zu sein.
Vielen Dank!

17. Mai 2016


Komfort-Raum statt Isolierzimmer!

Stellungnahme
des Bayerischen Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V. zu einer Petition an den Bayerischen Landtag, die die Einrichtung von Isolierzimmern fordert.
Wir sagen dazu: Isolierung fördert nicht die Heilung!

23. März 2016


Grußworte zur DGPPN-Ausstellung

Grußwort von Margarete Blank (Vorstand BayPE e.V.)
zur Ausstellungseröffnung "erfasst, verfolgt, vernichtet."
im Bezirkskrankenhaus Günzburg, Mittwoch, 1. Juli 2015, 17.30 Uhr


Sehr geehrte Damen und Herren, die Sie die Ehre und Anerkennung hatten, namentlich genannt zu werden,
Sehr geehrte, liebe persönlich lebend anwesende Menschen!

Uns führt eine Zahl zusammen - 100 - und Werte, Werte, die verletzt wurden und die uns wichtig sind. Ich gratuliere den Menschen in dieser Stadt und den Machern der Ausstellung. Was mich besonders freut ist, dass die Erinnerungskultur für die Opfer des Holocaust und die Erinnerung an die Euthanasie nicht konkurrieren, sondern zusammenwirken. Die Entschuldigung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) ist lobenswert. Wird sie für den nächsten Lernprozess wieder 72 Jahre brauchen? Bitte bedenken Sie: Sie sind nicht nur Kinder des Zeitgeistes, der mich öfters erschauern ließ:

In den siebziger Jahren erlebte ich während eines Freiwilligeneinsatzes, dass andere - wohlgemerkt - idealistische Jugendliche sich über die Menschen mit Behinderung dahingehend äußerten, es sei doch besser man würde sie umbringen, es sei ja eh kein Leben.

In den 80er Jahren hörte ich im Autoradio von einem Gerichtsurteil über NS-Euthanasieverbrechen. Die Strafe war so niedrig, dass sie einer Belohnung gleichkam.

Als ich selbst Erfahrung mit der Zwangspsychiatrie machte, fand ich auf einmal die Werte nicht wieder, die unsere Kultur ausmachten und die in meiner Umgebung gelebt wurden.

Vor dem Leid der Opfer stehe ich mit Achtung und mit Grauen. Die Angst, die Psychiatrie nicht mehr verlassen zu können, der Rechte beraubt zu sein, ist ein Alptraum. Die schreckliche Erkenntnis, dass andere unbeschränkte Macht über einen haben, hinterlässt Spuren. Das Erlebnis, Schaden zugefügt zu bekommen, verbunden mit absoluter Wehrlosigkeit, bringt mir die Opfer der Euthanasie näher als mir lieb ist. Am liebsten würde ich zu ihnen sagen: Wir vermissen Euch. Wie hätte unser Deutschland, unser Bayerisch-Schwaben aussehen können, wenn Ihr hättet leben dürfen?

Ernst Lossa wäre heute 85 Jahre alt und, wenn er seinem Elternhaus treu geblieben wäre, mein Nachbar. Ich würde ihm im Supermarkt oft begegnen, wir würden uns vielleicht sogar kennen und er hätte seine Stimme im selben Wahllokal wie ich abgegeben - jahrzehntelang. Er hätte sogar, mutig wie er war, die Vertretung der Psychiatrie-Erfahrenen aufbauen können, schon Jahre vor den zarten Anfängen der schwäbischen Selbsthilfe in den Achtzigern und vor der Bildung des Bundesverbandes in den Neunzigern in Kloster Irsee. Das ist nur ein Wunsch.

Die Großmutter eines Mitglieds der hiesigen Selbsthilfe fiel der Euthanasie ebenfalls zum Opfer. Bittere Realität! Ich empfinde Achtung vor den ermordeten Euthanasieopfern. Es ist uns Anliegen und Ehre zu Ihrer Würdigung beitragen zu dürfen. Voll Unverständnis nehme ich die Weigerung zur Kenntnis, die lebenden Opfer der Zwangssterilisation anzuerkennen. Da es nicht um Geld geht - welches Hintertürchen will man sich offen lassen? Liegt es in der Vergangenheit oder in der Zukunft?

Der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener hat die Aufgabe, Willkür und Rassismus, Gewalt und Ausnutzung von Hilflosigkeit entgegenzutreten und eine menschliche und fachlich hoch kompetente Entwicklung einzufordern.

In unserer Satzung steht, und zwar von Anfang an (die DGPPN hatte ähnliches erst kürzlich aufgenommen): »In Erinnerung an die Verbrechen der NS-Psychiatrie betrachtet es der Verband als seine Aufgabe, der wieder auftretenden Denkweise vom "lebensunwertem Leben", wie sie zum Teil in der Genforschung in den Vordergrund gerückt wird, entgegen zu wirken.«

Auch nach 1945 gibt es Psychiatrietote und auch nach der Psychiatrie-Enquete. Mit einer bloßen Forderung namens Psychiatrie-Enquete ist es nicht getan. Wer das Gedenken nicht für die Gegenwart nutzt, kann sein Gewissen nicht entlasten.

Wir fordern:

  1. Eine echte Soteria in jeder Einrichtung,
  2. gleichberechtigten Dialog nach finnischem Vorbild, wo Schizophrenie seit 25 Jahren ausgestorben ist und
  3. ambulante Hilfe vor Ort statt stolz präsentierter Kliniken und Klinikbetten - das ist der längst fällige Weg.

So werden die Verstorbenen ernst genommen.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche ehrliche Begegnungen in Freiheit.

15. Juli 2015


Brief an das Ministerium

Betrifft: Beschluss des Bayerischen Landtags: "Eckpunkte und Runder Tisch für ein Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz"

Unser Brief an den Ministerialdirigenten im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege vom 26. Januar 2015 und die Stellungnahme des Bayerischen Landesverbandes für Psychiatrie-Erfahrene e.V. zu den Eckpunkten für ein PsychKHG in Bayern, die wir in den nun beginnenden und vom Landtag beschlossenen Prozess eines "Runden Tisches" einbringen. (siehe untenstehende Dokumente)

Statt PsychKHG sprechen wir lieber von einem Psychiatrischen Hilfegesetz (PsychHG).

Die Wahrung der Würde, der Grundrechte und der körperlichen und seelischen Unversehrtheit der Patienten in der Psychiatrie muss bei allen Überlegungen im Vordergrund stehen.

Auf drei Punkte, die auch in unserer Stellungnahme aufgeführt sind, wollen wir in besonderer Weise nochmals hinweisen:

  • Bayern braucht einen niederschwelligen, flächendeckenden Krisendienst.

  • Wir fordern, die ambulante psychiatrische Versorgung flächendeckend auszubauen und dafür Klinikplätze zu reduzieren.

  • Wir wollen, dass die erfolgreichen Konzepte Soteria und Open Dialogue in Form von Modellprojekten in jedem Regierungsbezirk gefördert werden und nach einer gewissen Zeitspanne als Regelversorgung gesetzlich festgeschrieben werden.



Brief an das StMGP, Herrn Heide (PDF-Dokument)
BayPE-Stellungnahme (PDF-Dokument)



30. Januar 2015


Selbstheilung besser als Pillen

Mortalität und Neuroleptika
Alternative Wege zur traditionellen Psychiatrie

Dr. Volkmar Aderhold, Hamburg
Institut für Sozialpsychiatrie an der Universität Greifswald

Zusammenfassung des Vortrages:

  • Verkürzte Lebenserwartung von Menschen mit Schizophrenie
    (Suizid, Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, Unfälle, Alkohol)
  • Mortalität durch Neuroleptika
    Plötzlicher Herztod --> möglichst keine Polypharmazie; geringstmögliche Dosis
    Metabolisches Syndrom (Gewichtszunahme, Diabetes) --> Diät, mehr Bewegung, Blutzucker-Kontrolle
  • Selektive Neuroleptika-Behandlung
    40 % der Schizophrenie-Patienten benötigen gar keine Neuroleptika
    Zitat: "Es gibt einen großen ökonomischen Druck, die Patienten rasch auf Medikamente zu setzen, damit sie die Klinik bald wieder verlassen können." (New York Times)
  • Reduzieren und evtl. Absetzversuche
    Dosis alle 4-6 Wochen um 10 % reduzieren
    Stabilisierung auf jeder Stufe erreichen
    Absetzen nur, wenn die Reduktion vorher gelang
    Hinweise: Krisenplan erstellen, gute therapeutische Begleitung, Psychotherapie, mehrere Versuche sinnvoll!
  • Medikamente alleine reichen nicht aus zur Behandlung
    Kombinierter Ansatz mit Psychotherapie, Rehabilitation und Arbeit mit den Familien
  • Wirksame Faktoren aus Sicht der Betroffenen
    "Jemand, der an mich glaubt."
    "Jemand, der mir gesagt hat, dass ich auch noch eine Chance habe."
    "Meine eigene Ausdauer und Hartnäckigkeit."
    "Hoffnung durch Selbstheilungskräfte und echte Wahlmöglichkeiten."
  • 4 Wochen warten ... Akutbehandlung ohne Neuroleptika
    40 % Prozent der akut schizophrenen Patienten können gleich gut ohne NL behandelt werden
    Grundsätze: mehr Personal für individuelle Betreuung! / Keine Gewalt! / Behandle jeden mit Respekt! / Sicherstellung von Unterkunft, Ruhe, Schutz, Essen und Unterstützung! / Auch ein Wachstum durch die Psychose erwarten! / Wertschätzung der subjektiven Erfahrung! / Positive Erklärungen und Optimismus! / Gemeinsame Suche nach Bedeutung und Sinn der Psychose in der eigenen Biografie! / Plausible Erklärungen für Krisen und auslösende Faktoren! / Der Betroffene ist Experte seiner eigenen Behandlung!

Download gesamter Vortrag auf www.psychiatrie.de

10. Juli 2014


Bündnis Psych(K)HG erklärt:

"Umfassende Reform des bayerischen Unterbringungsgesetzes jetzt notwendig!"

Pressemeldung des BayPE e.V. vom 23. Juni 2014

Nach 13 Jahren arbeitet der BayPE wieder am gleichen Gesetz. Wir wollen kein Sondergesetz für eine bestimmte Personengruppe wie zur NS-Zeit. Gesetzliche Regelungen, die allen Bürgern zu Gute kommen, sind jedoch auch in Bayern Aufgabe des Gesetzgebers, der hier in der Pflicht steht, Gesundheit und Leben seiner Bürger zu schützen und dafür eine ordnungsgemäße gesetzliche Grundlage zu schaffen.


Nürnberg: Pressekonferenz Bündnis Psych(K)HG am 23. Juni 2014

Was soll Inhalt dieses Gesetzes sein?

Ein bayerisches PsychHG soll ein Hilfe-Gesetz sein, das Hilfe in einer psychosozialen/seelischen Krise zusichert. Die Bewältigung dieser Krisen wird allen Menschen in Bayern gewährt. Qualitätsansprüche werden dadurch effektiv überprüfbar und einklagbar durch Betroffene und deren Verbände.

Wie sieht Hilfe aus?

Betroffenen sollen durch das Hilfsangebot in folgenden Bereichen geschützt bzw. gefördert werden:

  • Schutz der körperlichen und sozialen Unversehrtheit
  • Förderung der Eigenverantwortlichkeit
  • Förderung des Selbstbewusstseins und
  • Entwicklung der eigenen Persönlichkeit

    (z.B. durch eigeneständiges Lernen und/oder mittels Unterstützung von Helfern - oder beispielsweise über das Finden eigener Lösungsansätze aus einer Krise heraus - oder das Einbeziehen der eigenen Lebenserfahrungen)

Über diesen genannten Aufgaben bzw. Zielen des Hilfsangebotes/PsychHG steht als oberstes Gebot die Achtung der Würde seelisch Betroffener. Dies zu betonen ist uns wichtig, da der Schutz dieses unveräußerlichen Menschenrechts mit der bisherigen gesetzlichen Regelung nicht (ausreichend) gewährleistet wurde. Ebenso dürfen körperliche, psychische, medikamentöse und strukturelle Gewalt und deren oft tödliche Folgeschäden nicht mehr gedeckt sein. Der Hilfesuchende muss mit dem PsychHG vor diesen Schäden geschützt werden.

Festgeschrieben werden Herangehensweisen, die zur Heilung führen. Stichwort: Open Dialog u.a. (siehe weiter unten auf dieser Seite).

Leben, Lebensqualität und Leistungskraft der Bürger werden gefördert und nicht werbewirksam propagiert.

Ein Krisendienst ist dann erreichbar, wenn er benötigt wird, d.h. 365 Tage a 24 Std. Die sich gegenseitig blockierenden Strukturen und Zuständigkeiten des Gesundheitswesens werden entsprechend Ihrer eigentlichen Aufgabe geordnet, Niederschwelligkeit und Subsidiarität beachtet.

Ausführende und Ansprechpartner für den Hilfesuchenden sind geeignete psychologisch qualifizierte Personen. Nach unserer Erfahrung trifft das auf Psychiater/Neurologen nicht automatisch zu.

Die Verordnung von Medikamenten wird nachrangig, angepasst, fachlich kompetent und insbesondere frei von Interessen Dritter gehandhabt.

Übergangsregelung

Patienten, die durch langjährige herkömmliche psychiatrische Behandlung geschädigt wurden, werden behutsam und angemessen begleitet.

Zusatz

Alle Opfer der Euthanasie erhalten unverzüglich einen Anspruch auf Opferrente.

Beispiele

  1. Ein Mensch gerät am Sonntag in einer Großstadt in eine Krise. Ein SPDi hat sich völlig geschlossen, der verbliebene SPDi ist abends und am Wochenende geschlossen. Der Mensch besucht das Café, das die Selbsthilfe anbietet, erfährt eine annehmende Atmosphäre und es gelingt ihm, sich selbst wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

  2. Ein Mensch hat drängende existentielle Fragen. Er ruft die Telefonseelsorge an. Die Angerufene fühlt sich überfordert und verweigert das Gespräch.

  3. Ein Mensch bekommt Panik oder Depressionen in der Nacht. Er traut sich nicht, Freunde oder Familie anzurufen. Ein Telefonat hätte die Situation entspannen können. So verschlechtert sich die Situation.

  4. Der vom Roten Kreuz angebotene, auf Autos groß deklarierte Krisendienst, ist für seelische Krisen doch nicht zuständig.

  5. Einer älteren, gehbehinderten Dame mit Rollator kommt kürzlich im Zug ihr Gepäck abhanden. Darin sind ihre starken Dauer-Schmerzmedikamente, Geld, Wohnungsschlüssel und Ausweis. Genau diesen verlangt der um Hilfe gebetene Bahnpolizist von ihr und schickt sie weg. Die Beamtin am Infopoint des Haußbahnhofes behauptet unrichtigerweise, sie hätte keinen Zuggriff auf Gepäck, das im Nebenraum liegt. Hätte ein Krisendienst die darauffolgende Obdachlosigkeit verhindern können?

  6. Ein Mensch erlebt stärker werdende Wahrnehmungen. Er meidet Arzt und SPDi, da er die zwangsweise Überbringung in das zuständige BKH fürchtet, dessen desolate Verhältnisse ihm bekannt sind. Er flieht über Land mit dem Fahrrad. Tage später werden die Angehörigen von der Polizei informiert. Diese müssen ihn von einem Feld holen, wo er sich an einem Misthaufen gewärmt hatte in kalten Nächten.

  7. Weitere Fluchtversuche von ihm und anderen, zu Fuß im Winter, mit der Bahn, in andere Länder und Kontinente, und die kraft- und ressourcenraubenden Umstände des Zurückkommens würden Bände füllen. Dazu kommt, dass diese Menschen oft Opfer von Verbrechen werden.

  8. Ein Mensch klettert auf das Dach einer Firma, das von seiner Konstruktion sehr zum Klettern einlädt. Er wird auf der Geschlossenen zwangsmedikamentiert, fixiert, allein in sein Zimmer eingesperrt, unter gesetzliche Betreuung gestellt. Er selbst wäre gerne wegen Hausfriedensbruch angezeigt worden und dafür gerade gestanden. Auslöser war vermutlich auch die abrupte Veränderung der Neuroleptika-Dosis. Der Patient hatte weder zuvor noch danach einen Psychiater, der sich selbst und seinen Patienten diesbezüglich geschult hätte. Das kann kein Krisendienst leisten, aber ein wie auch immer gearteter Krisen-vorsorge-dienst.

  9. Ein Angehöriger ruft die Rettung. Die Sanitäter fahren den Patienten im Krankenwagen und sprechen mit ihm. Noch bevor die im Krankenhaus angekommen sind hat dem Patienten das Gespräch, außerhalb der eskalierenden häuslichen Situation geholfen. Fazit: Personen mit psychologischem Können und aus nicht-psychiatrischem Umfeld sind wichtig.

  10. Ein Vorstandsmitglied eines Selbsthilfevereins hat berechtigte Befürchtungen, dass ein Psychiatrie-Erfahrener von einer bestimmten Brücke springt und bittet die Polizei um Hilfe. Diese sieht keine Veranlassung zu handeln. Der Patient springt von der Brücke und hat seitdem schmerzhafte orthopädische Probleme.

  11. Ein Mensch geht in die BKH-Notaufnahme. Dort wird (vorgeblich) nach einem Bett auf der offenen Station telefoniert. Auf dem Weg dorthin wird ihm mitgeteilt, daß er doch auf die geschossenen Station kommt. Er sagt nein. Daraufhin wird er von mehreren Männern überwältigt, gefesselt und eingesperrt. Lügen verstärken erfahrungsgemäß Krisen.

  12. Eine Frau wird von ihrem Ehemann und seiner Freundin ausgesperrt durch heimliches Wechseln der Haustürschlösser. Sie ist nun obdach- und mittellos und macht einen Suizidversuch. Ein Krisendienst hätte Ihr den Rat geben können, sich mittels Polizei Zutritt zu verschaffen.

  13. Ein Mensch macht sich Sorgen um sein entfernt wohnendes erwachsenes Kind. Er ruft die Polizei wegen Selbstmordes. Die Beamten brechen die Türe der leeren Wohnung auf, beschädigen die Türe sichtbar, sie parken sichtbar und lange vor dem Haus. Durch einen guten Krisendienst soll den Familien dieser Zwang zu Lüge und Hausfriedensbruch und seiner langfristigen Folgen erspart bleiben.

  14. Ein Mensch hat eine psychische Krise. Der Arbeitgeber verhält sich unprofessionell, versucht sie zur Medikation zu zwingen, kündigt heimlich die Krankenkasse u.v.m. Die Frau ist isoliert, die Situation verschärft sich, starke körperliche Beschwerden kommen dazu, aber der Arzt verweigert die Behandlung. Das Umfeld kann Verhalten und Situation nicht nachvollziehen und macht Druck. Die Arbeitsassistentin macht einen Besuch, aber auf das akute Problem des Nahrungsmangels und das zunehmende Untergewicht regiert nur eine hochbetagte Nachbarin mit einer freundlichen Essenseinladung. Ein hilfreicher Krisendienst hätte hier gute Arbeit leisten können, jedoch nur unter der Prämisse der Freizügigkeit.

  15. Ein Mensch hat, für die Mitbewohnerin unerträgliche, Wahnvorstelllungen. Diese bittet die Freundin, die Polizei zu rufen. Hätte die Freundin die Möglichkeit gehabt, den Krisendienst zu rufen, würde die Freundschaft möglicherweise heute noch bestehen.

  16. Nachbarn rufen mit aufgeregten Worten die Polizei. Die Beamten handeln gemäß ihrer Ausbildung. Der Wohnungsbesitzer wird erschossen, obwohl

    1. Fall: die gemeldete Gefährdung gar nicht bestanden hatte.
    2. Fall: die Situation hätte kompetent gelöst werden können.

    Die diesbezüglichen Zahlen sind immer noch erschreckend.

  17. Ein Mensch erhält im zuständigen BKH Psychopharmaka, die sein Herz schädigen. Er wir in der Kardiologie behandelt. Dort wir Ihm mitgeteilt, dass er das besagte Medikament unter keinen Umständen mehr nehmen darf. Im BKH erhält er dieses Medikament trotzdem und kommt qualvoll ums Leben. Familie und Freunde sehen keine Möglichkeit, die Dinge aufzuklären, zu entkräften oder sanktionieren zu lassen. Der Patient war nach Deutschland gekommen wegen unserer "besseren Psychiatrie".

40 Jahre nach Unterzeichnung der Psychiatrie-Enquete, die fast erfolglos die Auflösung der Anstalten forderte, ist nun der nächste Schritt zu tun, damit unsere Geschichte, unsere Kultur und unser Rechtsstaat international und von den Bürgern Bayerns ernst genommen wird.

Für den Vorstand
Margarete Blank

24. Juni 2014


Fixierung - Sitzwachen und PsychHG

Nachtrag zum Tätigkeitsbericht des ad-hoc Arbeitskreises "Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie", vom 16.10.2013

Die Zusammenfassung von Frau Albus und Herrn Pogarell zeigt, dass der Fixierungs-Mißstand nicht beseitigt wird.

Wir fordern:

  • daß die bereits bestehende Praxis der ständige Sitzwachen bei Fünf-Punkt-Fixierungen umgehend in ganz Bayern umgesetzt wird.

  • Eins-zu-eins-Betreuung für alle gefesselten Menschen.

  • Den Zugang zu einer funktionierenden Klingel für gefesselten Patienten sowie Personal das unverzüglich (in fünf Minuten) und respektvoll darauf reagiert.

  • Sitzwachen, die kompetent und achtsam auf die Bedürfnisse des Gefesselten angemessen eingehen und so zur Stabilisierung des Patienten und Abmilderung der Traumatisierung beitragen.

  • Ziel müssen generell gewaltarme Stationen mit ausreichend Deeskalations- und Stressabbautraining für die Pflege sein. Betroffene sollten auf Wunsch ein weiches Zimmer nutzen können an Stelle von Fixierung, um sich in ihrer Krise weiterentwickeln zu können. Nachbesprechung von Fixierung müssen eingelöst werden, damit die Beziehung zu Arzt und Pflegekräften und insbesondere zu sich selbst wieder irgendwie "tragfähig" wird.

  • Ein Verbot von Videoüberwachung

  • Eine abgesicherte Handhabe zur Einhaltung dieser Vorgaben. Darunter verstehen wir rechtlich und logistisch unabhängige und für Patienten zugängliche Einrichtungen wie unabhängige Beschwerdestellen und Besuchskommissionen.

Anmerkung: Die Ärztekammer ist die Standesvertretung der Ärzte und vertritt naturgemäß vordringlich die Interessen Ihrer Mitglieder. Videokameras, können die Angst vor Beobachtung verstärken oder hervorrufen und geben so dem Wahn Nahrung. Konsequente Sitzwachen dagegen reduzieren die Zahl von Fixierungen. Wirtschaftliche Gründe können im diesem, die Menschenrechte massiv verletzenden Bereich, nicht vorgeschoben werden.

Bereits 2005 hat das StMAS als Fachaufsichtsbehörde auch für Bezirkskrankenhäuser Sitzwachen ausdrücklich angewiesen. Es wäre wünschenswert, wenn der Expertenkreis Psychiatrie sich dieser Mindestforderung anschließen könnte. Sollte es sich um Ihren eigenen Angehörigen handeln, sehr verehrte Damen und Herren, würden Sie sicher auch Wert darauf legen, oder sich gar selbst engagieren.

Uns ist darüber hinaus wichtig, daß das neue Gesetz ein PsychHilfenG wird, kein PsychKrankenG.

Für den Bayerischen Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Margarete Blank, Almuth Rönner und Marc Hamaleser

Satzung BayPE e.V. § 2:
»Als Zusammenschluss von Psychiatrie-Erfahrenen auf Landesebene hat der Verband den Zweck, a) die Interessen von Psychiatrie-PatientInnen und ehemaligen PatientInnen zu vertreten mit dem Ziel, nicht-psychiatrische Hilfsangebote entstehen zu lassen. Wo dies nicht möglich ist, ist das Ziel eine andere, gewaltfreie Psychiatrie, in der die verfassungsrechtlich geschützte Würde des Menschen auch Psychiatrie-PatientInnen gegenüber geachtet wird und in der sie als integraler Bestandteil der Gesellschaft gesehen werden.«

25. Oktober 2013


Offener Brief der PSG ilm Pfaffenhofen

Wir brauchen auch in Bayern ein Hilfegesetz für den psychiatrischen Bereich (PsychHG). Der Maßstab ist Selbstbestimmung und Teilhabe!

Offener Brief
Pfaffenhofen, den 21. April 2013

Sehr geehrter Herr Minister Huber,

Sie sind als Staatsminister der Gesundheit auch maßgeblich verantwortlich für die Psychiatrie. Machen Sie bitte das Thema zur Chefsache und stärken Sie den Bereich auch in Ihrem Ministerium!

Wir, Betroffen aus Pfaffenhofen, sagen Herzlich Willkommen! Wir wollen schon lange, dass nicht nur das bayrische Unterbringungsgesetz dem modernen Bundes-und Menschenrecht angepasst wird, sondern in dem Zug auch endlich ein Psychiatrie-Hilfe-Gesetz (PsychHG) kommt. Psychiatrische Versorgung muss besser werden, zuverlässig vorgehalten sein und gut organisiert. Dafür müssen auch die öffentlichen Hände in ihrem Zusammenspiel und konkreten Verantwortungen klar definiert werden.

Wir sind Betroffene ("Psychiatrie-Erfahrene"), die ihre Verantwortung für und in einem solchen Gesetzfindungsprozess erkennen und übernehmen wollen. Gerne stehen wir Ihnen für ein Gespräch zur Verfügung.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Freundliche Grüße,

- Almuth Rönner (PSG ilm )
- A. Klein (PSG ilm),
- Günter Merkl (PSG ilm)
und Freunde


Frau Oswald vom StMUG nimmt das Schreiben entgegen


Demo für ein PsychHG in Pfaffenhofen



Wir brauchen ambulante Krisendienste flächendeckend in ganz Bayern für die Betroffenen und ihre Angehörigen.

Die Würde und die Unversehrtheit der Person sowie die freie Selbstbestimmung muss auch in der Psychiatrie im Mittelpunkt stehen.

Der in der UN-Behindertenrechtskonvention festgelegte Grundsatz der Mitwirkung der Betroffenen in allen ihren Angelegenheiten muss für gesetzgeberische, gestaltende und persönliche Aufgaben durch-dekliniert werden.

Wir brauchen einen Prozess, in dem auch die Gemeinden sich auf Psychiatrie-Erfahrene und ihre Angehörigen zu bewegen - damit keine(r) sich mehr z.B. aus Scham umbringt.

Sehr hohe Unterbringungszahlen in Bayern weisen darauf hin, dass dieses Phänomen untersucht werden muss. Wir gehen davon aus, dass die bayrische Psychiatrie noch besonderer Unterstützung für eine Erneuerung bedarf. Dafür schlagen wir z.B. den Ausbau niederschwelliger und unabhängiger psychiatrischer Beschwerdestellen vor.

Wir unterstützen die bayrischen Initiativen für ein PsychHG/PsychKG, d.h. ein Gesetz, das Hilfen für psychisch erkrankte Menschen und ihre Angehörigen beschreibt und das eine deutliche Verbesserung befördert.

22. April 2013


Schreiben an den Deutschen Bundestag

Sehr geehrte Damen und Herren Mitglieder des Rechts- und des Gesundheitsauschusses im Deutschen Bundestag,

Wir sind der Landesverband psychiatrie-erfahrener Menschen in Bayern und bitten Sie, bei dem Gesetzesvorhaben "Drucksache 17/11513 Regelung der betreuungsrechtlichen Einwilligung in eine ärztliche Zwangsmaßnahme" sich dafür einzusetzen, dass Zwangsbehandlungen auch weiterhin verboten bleiben und stattdessen hilfreiche Behandlungsformen wie z.B. in der »Soteria« (Gespräche, die auch die Inhalte der Psychose bearbeiten) gefördert werden.

Laut UN-Behindertenrechtskonvention ist Zwang nicht zulässig, sondern die Gleichstellung mit den Freiheitsrechten anderer Menschen zu schaffen. Zwangsbehandlungen von Personen mit psychischen Krisen sind schwere Menschenrechtsverletzungen, für die es keine Rechtfertigung geben darf.

Erfahrener Zwang traumatisiert die Patienten und verhindert das für eine erfolgreiche Behandlung notwendige Vertrauensverhältnis zu Ärzten, Pflegern und Institutionen. Viele Psychopharmaka haben gesundheitsgefährdende und lebensverkürzende Nebenwirkungen.

Wir bitten Sie herzlich, Zwangsbehandlungen zu verhindern.

Mit freundlichen Grüßen

BayPE e.V.
Für den Vorstand

Margarete Blank

10. Dezember 2012