Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.


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Bericht vom Selbsthilfe-Tag

Kleiner Selbsthilfetag in Schwaben

Samstag, 30. Mai 2015

Der kleine Selbsthilfetag in Augsburg war ein voller Erfolg, insgesamt haben 30 Personen daran teilgenommen: Mitglieder, Vorstände und Gäste. Das Gemeindezentrum St. Johannes in der Donauwörther Straße in Augsburg-Oberhausen bot den passenden Rahmen und liegt nur ein paar Schritte von der BayPE-Geschäftsstelle entfernt auf der anderen Wertachseite.

Ursula Lax aus Füssen, stellvertretende Bezirkstagspräsidentin des Bezirks Schwaben, hat in Vertretung des Bezirkstagspräsidenten Jürgen Reichart ein Grußwort gesprochen. Gertrud Bösl, Kompetenzzentrum schwäbische Sozialpsychiatrie, und Gerlinde Thon, Koordinatorin Gemeindepsychiatrischer Verbund Stadt Augsburg, Landkreis Augsburg und Landkreis Aichach-Friedberg beim Bezirk Schwaben, waren aufmerksame Zuhörerinnen und kompetente Gesprächspartnerinnen.

Die Begrüßung von Seiten des Vorstandes haben Margarete Blank und Martina Heland-Gräf übernommen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es an die gemeinsame Arbeit. Der Workshop Reduzierung von Psychopharmaka musste wegen der kurzfristigen Erkrankung des Referenten ausfallen. Das zweite Thema "Eckpunkte für ein neues Bayerisches Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG)" bot genügend Diskussionsstoff.

Nachdem Frau Heland-Gräf den Stand der Dinge für das geplante PsychKHG kurz zusammengefasst hatte, begann eine lebhafte Diskussion, welche Punkte in einem neuen PsychKHG für Bayern unbedingt enthalten sein sollten. Nach der Mittagspause wurden in drei Arbeitsgruppen die wichtigsten Punkte nochmals zusammengetragen. Ein paar wichtige Forderungen sollen hier genannt sein:

  • Wir fordern unabhängige Beschwerdestellen außerhalb der psychiatrischen Regelversorgung.
  • In der Krise ist eine Unterbringung in Einzelzimmern sinnvoll, was bisher in den Bezirkskliniken nur in Ausnahmefällen möglich ist.
  • Einrichtung von trialogischen Besuchskommissionen.
  • Die Nachbehandlungsplanung muss vor der Entlassung der Patienten geregelt sein.
  • Einführung neuer Behandlungskonzepte: z.B. Behandlungskonferenz ("Open Dialogue")
  • Zwangsmaßnahmen und Zwangsbehandlung sind nur bei Eigen- und Fremdgefährdung vertretbar und ausschließlich mit Sitzwache und respektvoller Eins- zu-eins-Betreuung.
  • Ein neues Gesetz muss eine klare und eindeutige Struktur der Kostenzuständigkeit festlegen.
  • Begleitete Absetzgruppen für Psychopharmaka sind in ganz Bayern einzurichten.
  • Rechtsverbindliche Behandlungsvereinbarungen in der Psychiatrie sind überfällig.

Die Diskussionen wollten nicht enden, aber jede Tagung hat ein Ende, das um 16.30 Uhr gekommen war. Der Dank galt allen, die zum Gelingen des Selbsthilfetages beigetragen haben, insbesondere für das leibliche Wohl, für das zum wiederholten Mal Martina Heland-Gräf vorzüglich gesorgt und sich der Teilnehmerkreis zum Schluss mit einem Sonderapplaus herzlich bedankt hat.

19. Juni 2015