Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.


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Schwererziehbarkeit als Tötungsgrund

Das Schicksal von Ernst Lossa im Dritten Reich

Der freundliche, hilfsbereite, etwas verhaltensauffällige 12-jährige Junge Ernst Lossa wird am 1942 in die Heil- und Pflegeanstalt Irsee bei Kaufbeuren gebracht. Aufgrund eines Gutachtens einer Münchener Psychiaterin wird ihm asoziales Verhalten (Diebstähle) und pathologische Degeneration unterstellt. Damit kommt er in eine geschlossene Einrichtung, in der im Rahmen des Euthanasieprogramms der Nazis Kranke und Behinderte gezielt getötet werden.

Ernst durchschaut das perfide Spiel der Ärzte und Pfleger und will seine vom Tode bedrohte kleine Freundin retten, indem sie die Flucht planen ...

Ernst Lossa wurde am 1. November 1929 in Augsburg geboren und gehörte dem Volk der Jenischen an. Seine Familie verbrachte den Sommer über auf Wanderschaft, in dem sie von Ort zu Ort zogen und Kirchenfiguren restaurierten. Die Nazis betrachteten diese Menschen als "minderwertige Zigeuner", die die rassische Volksgesundheit gefährdeten. Sein Vater kam mit zwei Brüdern ins Konzentrationslager KZ Dachau und überlebte den Holocaust nicht.

Der verwaiste Junge kam in ein Kinderheim in Augsburg-Hochzoll und danach wegen "Unerziehbarkeit" in ein Jugenderziehungsheim bei Dachau. Das oben erwähnte Gutachten schließlich besiegelte sein Schicksal. Am 9. August 1944 wurde Ernst Lossa, 14-jährig, mittels einer Gift-Injektion in Irsee "euthanasiert". Diesen "gnadenvollen Tod" ereilte von 1941 bis 1945 auf dem Gebiet des Deutschen Reiches weitere hunderttausende Kranke, Behinderte und als krank Erklärte.

Das ZDF brachte dieser Tage den Spielfilm "Nebel im August" auf Sendung, in der das dramatische Schicksal des Augsburger Jungen filmisch erlebbar wird und damit eine überfällige Auseinandersetzung mit den deutschen Euthanasie-Morden einläutet.

Noch bis 3. Februar 2019 unter diesem Link zu sehen: Nebel im August (ZDF-Mediathek)

29. Januar 2019