Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.


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Selbstheilung besser als Pillen

Mortalität und Neuroleptika
Alternative Wege zur traditionellen Psychiatrie

Dr. Volkmar Aderhold, Hamburg
Institut für Sozialpsychiatrie an der Universität Greifswald

Zusammenfassung des Vortrages:

  • Verkürzte Lebenserwartung von Menschen mit Schizophrenie
    (Suizid, Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, Unfälle, Alkohol)
  • Mortalität durch Neuroleptika
    Plötzlicher Herztod --> möglichst keine Polypharmazie; geringstmögliche Dosis
    Metabolisches Syndrom (Gewichtszunahme, Diabetes) --> Diät, mehr Bewegung, Blutzucker-Kontrolle
  • Selektive Neuroleptika-Behandlung
    40 % der Schizophrenie-Patienten benötigen gar keine Neuroleptika
    Zitat: "Es gibt einen großen ökonomischen Druck, die Patienten rasch auf Medikamente zu setzen, damit sie die Klinik bald wieder verlassen können." (New York Times)
  • Reduzieren und evtl. Absetzversuche
    Dosis alle 4-6 Wochen um 10 % reduzieren
    Stabilisierung auf jeder Stufe erreichen
    Absetzen nur, wenn die Reduktion vorher gelang
    Hinweise: Krisenplan erstellen, gute therapeutische Begleitung, Psychotherapie, mehrere Versuche sinnvoll!
  • Medikamente alleine reichen nicht aus zur Behandlung
    Kombinierter Ansatz mit Psychotherapie, Rehabilitation und Arbeit mit den Familien
  • Wirksame Faktoren aus Sicht der Betroffenen
    "Jemand, der an mich glaubt."
    "Jemand, der mir gesagt hat, dass ich auch noch eine Chance habe."
    "Meine eigene Ausdauer und Hartnäckigkeit."
    "Hoffnung durch Selbstheilungskräfte und echte Wahlmöglichkeiten."
  • 4 Wochen warten ... Akutbehandlung ohne Neuroleptika
    40 % Prozent der akut schizophrenen Patienten können gleich gut ohne NL behandelt werden
    Grundsätze: mehr Personal für individuelle Betreuung! / Keine Gewalt! / Behandle jeden mit Respekt! / Sicherstellung von Unterkunft, Ruhe, Schutz, Essen und Unterstützung! / Auch ein Wachstum durch die Psychose erwarten! / Wertschätzung der subjektiven Erfahrung! / Positive Erklärungen und Optimismus! / Gemeinsame Suche nach Bedeutung und Sinn der Psychose in der eigenen Biografie! / Plausible Erklärungen für Krisen und auslösende Faktoren! / Der Betroffene ist Experte seiner eigenen Behandlung!

Download gesamter Vortrag auf www.psychiatrie.de

10. Juli 2014