Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.


  Startseite

 Info
 
 News
 
 
 Flyer
 
 
 Rundbrief
 
 
 Presse
 
 
 Links
 
 
 Top 10
 

 Selbsthilfe
 
 Bayern
 
 
 Deutschland
 

 Über uns
 
 Unsere Ziele
 
 
 Satzung
 
 
 Archiv
 

 Themen
 
 Offener Dialog
 
 
 Soteria
 
 
 Pharmaindustrie
 
 
 Psychische Gesundheit
 
 
 Ausnahmezustände
 
 
 Kliniken in Bayern
 

 Kontakt
 
 Vorstand
 
 
 Mitgliedschaft
 
 
 Impressum
 





3. Dezember: Tag der Menschen mit Behinderung

Studie zur Lebenssituation von Frauen mit Behinderung zeigt erschreckende Ergebnisse

Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert Konsequenzen - Pressemitteilung:

"Die alarmierenden Ergebnisse der Studie des Bundesfamilienministeriums belegen, dass Frauen mit Behinderung weitaus häufiger Opfer von Gewalt sind als nicht behinderte Frauen. Sie müssen außerdem oft in völlig unwürdigen Verhältnissen leben", betonte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe anlässlich des internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen am 25. November. Die am Dienstag in Berlin vorgestellte Studie zur Lebenssituation von Frauen mit Behinderung hat gezeigt, dass Frauen mit Behinderung mit 58 bis 75 Prozent fast doppelt so oft körperliche Gewalt erlebten als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Sexuelle Übergriffe seien nach den Studienergebnissen sogar zwei- bis dreimal häufiger vorgekommen.

Die Studie offenbarte ebenfalls erschreckende Zustände, insbesondere in Einrichtungen. Über eine eigene Wohnung verfügten laut Studie nur 10 bis 15 % der Bewohnerinnen in Einrichtungen, einem Fünftel stehe nicht einmal ein eigenes Zimmer zur Verfügung. Die Bewohnerinnen könnten oft nicht einmal bestimmen, mit wem sie zusammenwohnen. Ein Fünftel der befragten Frauen gab an, keine abschließbaren Wasch- und Toilettenräume zu haben.

Die Möglichkeit einer festen Paarbeziehung und einer Familiengründung sei laut Studie in aller Regel nicht gegeben. Schwangerschaften der Bewohnerinnen würden mehrheitlich abgebrochen. "Das sind absolut unwürdige und erschreckende Zustände. Hier sind sowohl die Einrichtungen, die Aufsichtsbehörden wie auch die Kostenträger gefordert, endlich wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Bei Gewalt und sexuellen Übergriffen ist es insbesondere wichtig, die Frau sofort zu schützen und den Täter aus ihrem Umfeld zu entfernen", betonte der Behindertenbeauftragte.

Er begrüßte in diesem Zusammenhang das vom Bundesfamilienministerium geplante Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" und das Projekt von Frauenbeauftragten des Bundesfamilienministeriums und von den Vereinen "Weibernetz" und "Mensch zuerst". Im Rahmen des Projektes unterstützen Frauen mit Behinderungen Mitbewohnerinnen in Heimen oder Kolleginnen in Werkstätten, die Gewalt erlebt haben oder fürchten. Hubert Hüppe erneuerte ebenso seine Forderung nach barrierefreien Frauenhäusern, die in die Lage versetzt werden, auch Frauen mit Assistenzbedarf aufzunehmen.

Link zur Webseite dieser Pressemitteilung vom 23. November 2011

03. Dezember 2011