Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.


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Willkommen beim BayPE ...

... für eine menschenwürdige Psychiatrie
     und die Stärkung der Selbsthilfe!


Inhalt:

  1. Erster Rundbrief im Jahr 2017
  2. BayPE-Fachtag zum Bundesteilhabegesetz
  3. Wie können wir teilhaben? - Fachtag zu gesetzl. Änderungen
  4. Filmvorführung und Diskussion zum Thema "Open Dialogue"
  5. Werden Sie nicht Teil des Ausnahmezustands!
  6. Per BayPE-Rundmail auf dem Laufenden bleiben ...
  7. Radiointerview - Alternativen zum psychiatrischen Zwang
  8. Facetten der Selbsthilfe (Pressebericht aus Regensburg)
  9. Bundestag gedenkt der Euthanasie-Opfer
  10. Termine für Trialogische Gespräche im SpD Günzburg
  11. Rechte für Menschen mit Behinderungen
  12. Presse-Rückblick: 20 Jahre BayPE e.V. - Erreichtes und Ziele
  13. SZ-Artikel über das PsychKHG im Gesundheitsausschuss
  14. Politische Akademie Tutzing: Neue Wege in der Psychiatrie
  15. Psychiatrietagung "zugehörig - angewiesen - gemeinsam"
  16. Grußwort des Bezirkstags-Präsidenten Josef Mederer
  17. Bayern barrierefrei, auch für Psychiatrie-Erfahrene (Interview)


Sommer-Rundbrief 2017

Der erste Rundbrief im Jahr 2017 ist an alle Mitglieder verschickt worden. Themen waren diesmal u.a. der BayPE-Fachtag zum Bundesteilhabegesetz, der Appell von Martina Heland-Gräf an die psychiatrischen Pflegekräfte, der neue Behandlungsansatz "Offener Dialog", die gesetzliche Ausweitung der Zwangsbehandlung und die wertvollen Erfahrungen, die man durch einen psychischen Zusammenbruch machen kann; desweiteren persönliche Gedichte und Berichte, und ein besonderer Glückwunsch für die Euthanasie-Betroffene Dorothea Buck zum 100. Geburtstag!

Auch die Einladungen zur Mitgliederversammlung, die wie immer Anfang September stattfindet, wurden verschickt, mit der Bitte um rege Teilnahme. Der Tätigkeitsbericht des Vorstandes sowie der Jahresabschluß für 2016 sind beigefügt. Bis dahin empfehlen wir Ihnen und allen übrigen Lesern dieser Webseite die Lektüre des neuen BayPE-Rundbriefes aus der Welt der bayerischen Selbsthilfe.

Der BayPE-Vorstand

27. August 2017


BayPE-Fachtag zum Bundesteilhabegesetz

Schneisen durch den Gesetzesdschungel

Davor Stubican vom Paritätischen Wohlfahrtsverband referierte am Freitag, den 26. Mai in Augsburg zum Bundesteilhabegesetz, kurz BTHG, und den damit kommenden Änderungen für Menschen mit Behinderung. Schwerpunkt lag auf dem vom Bayerischen Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE) organisierten Fachtag auf seelischen Behinderungen.

Der Referent machte die oft unübersichtlichen Regelungen durch das BTHG mit Kompetenz und Geduld anschaulich. Ein paar Neuerungen herausgegriffen:

  • Neu ist die geplante unabhängige Teilhabeberatung, die von Betroffenen für Betroffene erfolgen soll.
  • Das Budget für Arbeit bietet durch einen dauerhaften Lohnkostenzuschuss einen möglichen Weg aus den viel kritisierten Werkstätten für Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
  • Die Schnittstellen mit dem Bereich Pflege werden größer, so dass auch Menschen mit psychiatrischen Diagnosen in Zukunft Pflegebegutachtungen über sich werden ergehen lassen müssen.
  • Die Erreichbarkeit einer Ansprechperson in Krisen wird im neuen Gesetz als Assistenzleistung definiert.
Besonders beim Bereich Einkommen und Vermögen wurde Kritik aus dem Publikum laut, das Gesetz als "Mogelpackung" bezeichnet, was auch der Referent nicht von der Hand wies. Das Thema Armut sei mit dem BTHG nicht bekämpft. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Unüberschaubarkeit der Regelungen: "Wer bezahlt die Assistenz, die einem Behinderten erklärt, welche Leistung er wie beziehen kann?" wurde aus dem Publikum gefragt.

Trotz des sommerlichen Wetters waren 30 Personen gekommen, die sich mit vielen Fragen, vor allem zu den Themen Einkommen und Vermögen, aktiv beteiligten. "Man sieht wie wichtig die Veranstaltung war", sagt Martina Heland-Gräf vom BayPE-Vorstand. Sie möchte den Fachtag wiederholen, um über die laufenden Änderungen durch das Gesetz zu informieren.

20. Juni 2017


Wie können wir teilhaben?

Fachtag zu den Gesetzlichen Änderungen
für Menschen mit Behinderung

Freitag, 26. Mai 2017, 14-18 Uhr in Augsburg
Ort:
Ev. Gemeindezentrum St. Johannes, Donauwörther Str. 3
(Haltestelle Wertachbrücke)
Veranstalter: BayPE e.V.

Das Bundes­teilhabegesetz (BTHG), verabschiedet im letzten Jahr, soll ein Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung sein. Kann es das leisten? Was ändert sich damit für uns?

Referent Psychiatrie und Suchthilfe im Paritätischen Wohlfahrtsverband,
Davor Stubican, stellt die Änderungen durch das Gesetz vor.

Anschließend ist Raum für Diskussion, außerdem für Austausch zu allem, was Sie sonst bewegt. Als Interessenvertretung der Psychiatrie-Erfahrenen haben wir ein offenes Ohr.

Ihre Anmeldung hilft uns bei der Planung: oder 0821 / 450 478 63. Die Teilnahme ist kostenlos, wir laden Sie zum Kaffee und auf einen Imbiss ein. Bei Anreise von außerhalb: Kosten für Bayerntickets können auf Antrag erstattet werden.

PDF-Einladung

05. Mai 2017


Offener Dialog: Diskussion in Haidhausen

"Open Dialogue" Filmvorführung und Diskussionsrunde 13.04.

Am Donnerstag den 13. April um 18.30 Uhr zeigt die Dipl. Psychologin Angela Kreuz die Dokumentation "Open Dialogue" über den alternativen, finnischen Behandlungsansatz von Psychosen. Anschließend gibt es die Möglichkeit einer geleiteten Diskussionsrunde. (EINTRITT FREI)  

Kontakt und Beratung Haidhausen KID e.V.
Kirchenstr. 32
81675 München
www.kontakt-beratung-kid.de/aktuelles/

13. April 2017


Aufruf an Pflegekräfte:

"Werden Sie nicht Teil des Ausnahmezustands!"

... so der Appell unseres Vorstands Martina Heland-Gräf an die psychiatrischen Pflegekräfte. Sie sprach vor ihnen aus der Sicht einer Betroffenen, die selbst als Krankenschwester arbeitete. Ein Vortrag auf der diesjährigen Fachtagung für Pflege in der Allgemeinpsychiatrie in Kloster Irsee (23.01.2017).

Sehr geehrte Damen und Herren,

eigentlich sollte hier heute jemand anders stehen und Ihre Veranstaltung eröffnen. Da meine Vorstandskollegin Frau Blank erkrankte, sprang ich für sie ein, damit sie sich vollends erholen kann und da sind wir schon mittendrin. Den Alltag bewältigen und sich vollends erholen, Missempfindungen in Schach halten, zur Arbeit gehen und normal sein.

Bei einer stationären Einweisung, egal wie, ist nichts mehr normal, nicht die Person, geschweige denn der vorübergehende Wohnort, die Selbstbestimmtheit des Tagesablaufs, alles wird zum Ausnahmezustand.

Werden Sie nicht Teil des Ausnahmezustands! Sie sind diejenigen, die alles maßgeblich mitgestalten.

Manche mögen jetzt denken, ja, wir können ja auch nur das tun, was von oben genehmigt wird. Da sind wir bei der Hierarchie in einem BKH. Da sind Sie an unterster Stelle, reduziert auf das ausführende Organ, was sollen Sie da schon tun oder ändern.

Ein Professor sagte während der Ausbildung mal zu uns: "Ihr seid zwar die größte Fraktion im Haus aber auch die, die am wenigsten zusammenhält, weil sie sich nicht einig ist und nicht an einem Strang zieht." Da hat er Recht oder finden Sie nicht?

Bei uns im BayPE steht auf der Fahne unter anderem: "Gemeinsam sind wir stark". Gemeinsam können Sie viel ändern! Erfinden sie das Rad nicht neu, wozu? Hören sie auf Ihr Gefühl. Was braucht man, wenn man Angst hat? Sicherheit und jemand, der für einen da ist.

Den Ausnahmezustand in die Normalität begleiten

Ihre Pflicht ist es nicht, Krankheitseinsicht zu vermitteln, sondern den Ausnahmezustand in die Normalität zu begleiten und zwar in die jeweils eigene. Sie stehen in der Hierarchie nicht an letzter Stelle. Das sind die Betroffenen. Wenn sie das Macht- oder Ohnmachtsgefühl weitergeben und denken wir müssen machen, was sie wollen, weil sie schließlich für Ordnung und Sicherheit verantwortlich sind dann haben wir verloren.

In dieser Einladung [zur Tagung] habe ich viele Fremdwörter gelesen und man mag Pflege auch studieren, aber Menschen lassen sich nicht in ein Korsett zwängen und da haben wir das Wort Zwang, der dann entsteht, wenn man Macht ausübt.

Es gibt ein Sprichwort, das uns unser Professor auch während der Ausbildung immer wieder mal auflegte: "Das was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu". Ich gebe zu, wissenschaftliche Hintergründe wird es dazu nicht geben, aber mit ihrer Erfahrung und ihrer Menschlichkeit, Mitgefühl und Respekt vor der Person, die ihnen anvertraut ist, werden sie bestimmt ohne Zwang weiterkommen und vielleicht ein bisschen Vertrauen schaffen.

Nicht noch mehr Traumata

Der Weg zurück in die Normalität wird sehr erleichtert, wenn nicht noch mehr Traumata hinzukommen. Achtsamkeit gegenüber Kollegen und Betroffenen wäre eine sehr unwissenschaftliche Methode, aber ich denke, eine sehr effektive. Verlassen Sie sich auf ihren gesunden Menschenverstand, auf ihre Erfahrung. Hören Sie auch bei Kollegen auf deren Gefühl.

Ich war oft in Situationen auf einer Station, die von mir und meinen Kollegen nur ohne Zwang und Gewalt gelöst wurde, weil wir uns auf unkonventionelle, nicht wissenschaftliche, sondern menschliche Lösungen geeinigt haben, eben nicht die, die von oben kamen. Der Satz: "Wie im ganz normalen Leben auch geht es dabei um die Förderung des Individuums und seiner Kompetenzen ..." Schrecklich, finden Sie nicht? Ich bin ein Mensch mit Bedürfnissen, ja ich habe auch Kompetenzen, ich habe bestehende Beziehungen und eine Identität, die vielleicht gerade ver-rückt ist.

Sie alle kennen die meisten menschlichen Bedürfnisse. Wollen wir sie gemeinsam aufzählen:

  • Sicherheit
  • Geborgenheit
  • Essen und Trinken
  • Kleidung
  • Anerkennung
  • Menschen, die mit mir reden
  • Haus (trockener Unterschlupf)
  • Beschäftigung bzw. Arbeit
  • Schlafen

Sprechen sie nicht von einem Individuum, wegen mir von einem Homo sapiens, wenn es schon fremd klingen soll.

Ich wünsche Ihnen die Kraft, Konzepte, die bereits bestehen oder in den nächsten Tagen neu entstehen, Ideen die sie haben ?

  • menschlich
  • achtsam
  • respektvoll
  • gemeinsam
  • gewaltfrei

... zu erarbeiten

Sie haben alle Voraussetzungen, eine gute pflegerische Arbeit zu tun und Sie können das alle, seien Sie stolz auf ihre Arbeit, wir brauchen sie als Menschen, die uns nicht als Individuum, sondern als aus der Norm katapultierte Menschen sehen, die Angst haben und Sicherheit brauchen und Menschen, die sie verstehen und für sie da sind.

Rede als PDF-Dokument

03. April 2017


Tipp: BayPE-Newsletter abonnieren

Per E-Mail auf dem Laufenden bleiben

Unser Newsletter erscheint ca. einmal im Monat und enthält:

  • Aktuelles aus dem Verband und unserem Umfeld (Einladungen, Publikationen,...)
  • Eine Presseschau zum Themenfeld Psychiatrie: Wir weisen auf Entwicklungen und Diskussionen hin, die für Betroffene relevant sind.
    (ca. 2-4 Links pro Mail)

Newsletter abbonieren hier:

Sie können den Newsletter jederzeit abbstellen.

30. März 2017


Ein Ruck durch Bayern ...

Radiointerview -
... dass Alternativen zu Zwang Einzug halten

Martina Heland-Gräf, Vorstandsmitglied beim BayPE, spricht im Interview mit Radio Lora über:

  • die Selbsthilfetage
  • Zwang in der Psychiatrie
  • die Entwicklung in Bayern
  • Prävention und Krisenvorsorge

Sie hofft, dass in Bayern - dem Land mit den höchsten Zwangseinweisungsraten - mit dem neuen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG) "ein Ruck durchgeht".

Zum Anhören: https://www.freie-radios.net/81811
(Sendung vom 10. März 2017)

23. März 2017


Facetten der Selbsthilfe

Psychiatrie-Erfahrene kommen in Regensburg zum Austausch zusammen

Pressebericht des BayPE e.V.

R e g e n s b u r g - Draußen ein farbenfrohes Buffet, drinnen musikalische Grüße vom Verbandsorchester: Wenn der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE) zum Selbsthilfetag einlädt, diesmal für den 10. März nach Regensburg zum Bezirk Oberpfalz, sollen die Betroffenen sich wohl fühlen. Der Verband versteht es, einen lockeren Rahmen zu schaffen, für Themen, die nicht immer angenehm sind. Nicht auf Krankheit liegt aber der Focus, sondern auf Selbsthilfe.

Martina Heland-Gräf aus dem BayPE-Vorstand liest aus ihrem Buch und berichtet, wie Schreiben ihr hilft: "Alles was ich aus meinem Kopf schreibe, ist dann nicht mehr drin und muss ich dann nicht mehr rumtragen." Und eine Besucherin bestätigt die heilsame Wirkung des Schreibens: "Es tut der Psyche gut, wenn man mal zu dem steht, was in einem ist."

Selbsthilfe kann Hand in Hand mit den Profis gehen, zum Beispiel beim Abschluss einer Behandlungsvereinbarung. Dies ist eine schriftlichen Abmachung des Patienten mit der Klinik zur Vorsorge: Das gesunde Selbst kümmert sich im Voraus um die kranken Anteile für den Fall einer Krise. Über die Behandlungsvereinbarung referierte Dr. Victoria Popara, Oberärztin am Bezirksklinikum Regensburg.

In der Abschlussrunde teilten die Gäste ihre Erfahrungen aus Selbsthilfegruppen und diskutierten auch die gesundheitspolitische Dimension der Selbsthilfe. Zunehmend können Betroffene in Gremien ihre Position einbringen. Allein ihre Teilnahme, so die Erfahrung, kann die Atmosphäre und die Wortwahl ändern.

17. März 2017


"Euthanasie"-Gedenken im Bundestag

Am Jahrestag der Befreiung von Ausschwitz wurde dieses Jahr im Bundestag besonders den Opfern der sog. Euthanasie gedacht. Das begrüßen wir und hoffen auch weiterhin auf mehr Aufmerksamkeit von Politik und Öffentlichkeit für die Menschen, die im Nationalsozialismus wegen körperlicher und psychischer Beeinträchtigungen ermordet oder zwangssterilisiert wurden.

Die Reden als Videomitschnitt oder zum Artikel der Süddeutschen Zeitung.

27. Februar 2017


Trialog Günzburg 2017

  
19. Februar 2017


Behindertenrechte noch unzureichend umgesetzt

10 Jahre UN-Behindertenrechts-Konvention

Nein, man spricht nicht mehr von "Behinderten"! Man sagt jetzt "Menschen mit Behinderungen". Seit Verabschiedung der Konvention durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 13. Dezember 2006 sind die Rechte von behinderten Menschen stärker in den öffentlichen Fokus geraten. Aber reicht die political correctness in der Sprache aus, um wirkliche Lebensverbesserungen für betroffene Menschen zu erreichen?

Genauso wie Menschen mit Gehbehinderungen bräuchten psychisch erkrankte Schwerbehinderte auch freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da sie durch die Medikamenteneinnahme in der Fahrttüchtigkeit eingeschränkt sind und oft auch finanziell gar nicht in der Lage sind, sich ein motorisiertes Gefährt anzuschaffen.

Auch auf anderem Gebiet ist der Schwerbehindertenausweis nicht gerade von Vorteil: nämlich bei der Arbeitssuche! Auch wenn dem Gesetzgeber hier, in der Vertragsfreiheit der Parteien, wenig Handlungsspielraum bleibt, so sollte man doch wie bei den Verkehrsnachrichten eine genaue Information der Menschen mit Behinderungen einführen:

"Und nun, liebe Hörerinnen und Hörer, die WÖCHENTLICHEN KARRIERE-CHANCEN FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN. Zur Zeit werden u.a. in folgenden Firmen keine Menschen mit Schwerbehinderten-Ausweis eingestellt: (... es folgt eine lange Liste mit bekannten Namen ...) Desweiteren bieten u.a. folgende öffentliche Arbeitgeber Menschen mit Behinderungen keine Entwicklungsmöglichkeiten: (... es folgen bekannte Städte, Verbände und Ministerien ...) Die komplette Liste, liebe Hörerinnen und Hörer, finden Sie im Internet unter www.bayern.de!"

Das wäre mal ein echter Fortschritt im Sinne der (von anderen) behinderten Menschen! Oder doch nicht?

Welch weiterer Handlungsbedarf noch besteht, erläutert Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle des Deutschen Instituts für Menschenrechte auf folgender Internetseite: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/aktuell/news/meldung/article/10-jahre-un-behindertenrechtskonvention/

Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht der BayPE-Vorstand
allen Menschen mit Behinderungen!

21. Dezember 2016


Rückblick in der Presse

20 Jahre gemeinsam schwierige Nüsse knacken

20 Jahre Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE), d.h. 20 Jahre Einsatz für Menschen, die mit seelischen Krisen zu kämpfen haben. Der historische Kaisersaal von Kloster Banz im oberfränkischen Bad Staffelstein bot die würdige Kulisse für die Feierlichkeiten zum Verbandsjubiläum. Zu zwei Tagen mit Musik und Glückwünschen, aber auch zum fachlichen Austausch war eine Festgesellschaft von rund 30 Personen zusammengekommen. Vorstand Martina Heland-Gräf führte durch die Veranstaltung, die unter dem Motto "Gemeinsam Nüsse knacken" stand.

Untermiete beim Münchner Psychiatrie-Erfahrenen-Verein, ein halber Schrank, ein Computer, ein Drucker - so hatte alles vor 20 Jahren begonnen. Aus der Arbeitsgemeinschaft im Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener erwuchs ein eigener Landesverband. Karin Haehn, als Frau der ersten Stunde Gast im Kloster Banz, hat sich wie viele andere über Jahre ehrenamtlich engagiert. "Es war neu, dass sich Menschen zusammenschließen und outen", sagte sie. "Es war wichtig sichtbar zu machen, dass Psychiatrieerfahrene keine Ungeheuer sind."

Die Zeiten der Untermiete sind vorbei, heute hat der Verband eine eigene Geschäftsstelle in Augsburg. Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Menschen mit Behinderung, blickte in ihrem Grußwort mit Freude auf die Eröffnung zurück. Kathrin Sonnenholzner, Mitglied des Bayerischen Landtags und Dr. Georg Walzl, Ministerialdirigent im Bayerischen Ministerium für Gesundheit und Pflege, würdigten die Mitarbeit Psychiatrieerfahrener bei zahlreichen Arbeitssitzungen zum PsychKHG. Als "etablierten und gewieften Akteur" in der bayerischen Psychiatrie-Politik bezeichnete Josef Mederer, Präsident des Verbandes der Bayerischen Bezirke, den BayPE.

Beratung von Landtag, Bezirketag, zuständigen Ministerien und Fachgremien gehört heute zu den Aufgaben des Landesverbands. Neben der politischen Interessenvertretung ist ein anderes Arbeitsgebiet die Stärkung der Selbsthilfe. Hierzu initiiert und berät BayPE Gruppen, organisiert Selbsthilfetage in verschiedenen bayerischen Städten, fördert Austausch und Vernetzung. All dies wäre ohne die Basis, die psychiatrieerfahrenen Vereinsmitglieder, nicht möglich. Martina Heland-Gräfs besonderer Dank ging deshalb an sie: "Ohne die Mitglieder würde es den Verein nicht geben."

Der Blick ging nicht nur zurück in die Geschichte des Verbandes, sondern auch nach vorn: Das Zusammenkommen in Kloster Banz nutzten die Mitglieder auch für ein Brainstorming, wie es inhaltlich weitergehen soll. Eigenständige Selbsthilfegruppen, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für psychisch Belastete und unabhängige Beschwerdestellen - diese Themen möchten sie unter anderen auf der Agenda sehen. Diese "Nüsse" werden nur gemeinsam zu knacken sein.

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Quelle: Psychosoziale Umschau 03-2016

31. Juli 2016


Schwierige Beratungen zum Psych-KHG

Süddeutsche Zeitung berichtet vom Gesundheitsausschuss:

Margarete Blank, Vorständin des BayPE e.V., sprach am Rande der Beratungen des Landtags- Gesundheitsausschusses mit Lisa Schnell von der Süddeutschen Zeitung über den Stand des Gesetzgebungsverfahrens für ein neues Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG), das eine bessere Versorgung von Patienten gerade in Krisenzeiten der Betroffenen ermöglichen soll. Doch wie so oft bei institutionellen Fragen geht es ums Geld. Die Bayerischen Bezirke sehen sich außerstande, einen Krisendienst aufzubauen, und auch bei der Frage der Transparenz bei Zwangsbehandlungen gab es lebhafte Diskussionen. Einerseits könnte man damit kontrollieren, welche psychiatrischen Einrichtungen Zwangsmittel gehäuft anwendeten, andererseits wäre es nicht im Sinne der Betroffenen namentlich in einem öffentlich einsehbaren Register zu erscheinen. Für ein echtes Hilfe-Gesetz gibt es also noch einiges zu klären ...

zum Artikel der Süddeutschen Zeitung

11. Juli 2016


Weg vom Zwang - hin zu mehr Freiheit

In Zusammenarbeit mit BayPE und dem Bayerischen Bezirketag fand die Tagung:

Neue Wege in der Psychiatrie:
Psychiatrie - Inklusion - Politik


in der Politischen Akademie Tutzing statt.
hier zur ihrer Webseite

Der Bericht im Anschluss an die Tagung:
Weg vom Zwang - hin zu mehr Freiheit
(PDF-Artikel)

Akademie-Report 02-2016

23. Mai 2016


Psychiatrie-Erfahrene und Politik:
Ohne gemeinsame Gespräche geht es nicht!


Martina Heland-Gräf am 12. Mai 2016 in der Evangelischen Akademie Tutzing auf der Psychiatrietagung "zugehörig - angewiesen - gemeinsam":

Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen, sagte mal Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Und ich sage: Die wichtigste Vision ist die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und da die Politik das noch nicht versteht umzusetzen, werden in der Bundesregierung viele Arzttermine vergeben.

Politik und Psychiatrie-Erfahrene haben sich in den letzten Jahren zusammen mit den Angehörigen-Verbänden in Bayern so angenähert, dass man schon von trialogischen Gesprächen reden kann. Politiker verstehen langsam, dass sie Entscheidungen nicht ohne uns, die Erfahrenen und die Angehörigen, treffen können. Wir wollen hoffen, dass es sich nicht um ein Legislatur- periodensymptom handelt und dann wieder verschwindet, aber je mehr wir mit Politikern reden umso mehr habe ich den Eindruck, dass wir auch lernen, wie Politik geht. Auch wenn ich jetzt etwas salopp sage: Es ist ein Hauen und Stechen und dann wird man sich einig.

Politik im Trialog erwartet, das jeder jedem respektvoll zuhört, bestenfalls nachdenkt und dann punktgenau darauf antwortet. Um dann eben zu einem tragfähigen Ergebnis zu kommen.

In Bayern gehen die Uhren ja anders als andernorts. Wenn es für die Bundesregierung keine Arzttermine mehr gibt, sollten die Bayern das Kontingent auf jeden Fall reservetechnisch erweitern, um die Visionen von Politikern, Psychiatrie-Erfahrenen und Angehörigen im besten trialogischen Stil zu bearbeiten.

Auf dem Einladungsflyer steht: Ein Trialog ist ein Dialog. Meine Oma hat früher zu mir gesagt: "Viele Köche verderben den Brei." Lange habe ich darüber nachgedacht, wie sie das meinte. Je mehr Menschen ein Thema bearbeiten, umso mehr Köpfe rauchen, je mehr Ideen können besprochen werden, aber auch umso größer wird die Gefahr, den roten Faden zu verlieren, welches das Ergebnis in weite Ferne rücken lassen kann.

Unsere BayPE-Politik ist Gesundheitspolitik und nicht nur Jammern. Wir lassen uns auf unangenehme Gespräche und Gesprächssituationen ein und formulieren uns. Es geht uns auch nicht darum, sagen zu können, wir reden mit dem Professor oder Abgeordneten oder einem Minister, wir wollen uns nicht im Glanz hochstehender Persönlichkeiten sonnen. Wir wollen mit ihnen professionell arbeiten und nicht von deren Anerkennung abhängig sein. Das soll heißen: Zusammenarbeiten auf Augenhöhe.

Wir bringen ja auch Fachwissen mit und eignen uns zusätzliches Wissen an, um zielführende und richtige Entscheidungen im Trialog zu treffen. Es gibt Selbsthilfe-Gesprächsgruppen und örtliche Selbsthilfe-Vereine und es gibt den BayPE, der sich politisch für Psychiatrie-Erfahrene in ganz Bayern einsetzt und dabei auch nicht die Vergangenheit der Euthanasie vergisst.

Ausgewogene Gesprächssituationen, egal ob trialogisch oder anderswie, sind nicht zwei gegen einen.

zugehörig - angewiesen - gemeinsam

Das sind drei Wünsche auf einmal.
Ob wir als Psychiatrie-Erfahrene zugehörig sein müssen, weil wir gemeinsam angewiesen sind uns zu definieren, oder ob wir auf jemanden angewiesen und deswegen gemeinsam zugehörig sind, müsste noch trialogisch auf Augenhöhe besprochen werden.

Keine Angst: Das Wortdurcheinander soll nur zum Nachdenken anregen, dass Worte manchmal auch eine Auslegungssache sind und gut gewählt sein wollen. Ich hoffe ich habe mich politisch nicht um Kopf und Kragen geredet und es hat keiner für mich einen Arzttermin ausgemacht.

Diese Veranstaltung war eine wichtige, weil es gelungen ist Trialog wie einen roten Faden durch die Veranstaltung zu schleusen. Um klar zu machen, ohne ein gemeinsames zusammengehöriges aufeinander angewiesenes Gespräch im Trialog oder Dialog geht es nicht. Das ist ein super Ergebnis.

In diesem Sinne freue ich mich als Teil dabei gewesen zu sein.
Vielen Dank!

17. Mai 2016


Trialog mit Betroffenen soll Standard in Krankenhäusern werden

Grußwort des Präsidenten des Bayerischen Bezirketags
Josef Mederer

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder des Landesverbands Psychiatrieerfahrener,

zunächst wünsche ich Ihnen zu Ihrem zweiten runden Geburtstag von Herzen alles Gute! Mit 20 ist man längst den Kinderschuhen entwachsen und gewachsen, das beweisen Sie uns nicht nur mit Ihrer Jubiläumsveranstaltung im ehrwürdigen Kloster Banz und den zahlreichen Gratulanten und Grußwortrednern.
Längst sind Sie ein etablierter und gewiefter Akteur in Sachen Psychiatrie auf der Landesebene. Und das ist auch gut so!!

Aus Sicht eines kommunalen Spitzenverbandes, der zum einen die Versorgungsverantwortung der Bezirke für die akutpsychiatrische Versorgung durch ihre Kliniken, aber auch den Bereich der komplementären Versorgung im Rahmen der Eingliederungshilfe bündelt, braucht es den BayPE als Gegenüber, als Dialogpartner, aber auch als Sprachrohr, welches Forderungen Nachdruck verleiht, den Finger auf die Wunde legt, auf Defizite aufmerksam macht.
Ich bewundere, wie sich der Landesverband in den letzten Jahren entwickelt hat, gereift in Durchschlagskraft und Ausdrucksvermögen. Aus vielen Arbeitsgruppen im Rahmen des Runden Tisches PsychKHG oder des Bezirketags sind Ihre wertvollen, augenöffnenden Beiträge nicht mehr weg zu denken. Sie wirken selbstverständlich in den Planungs- und Steuerungsgremien des Versorgungssystems sowie bei Experten- und Verbandsanhörungen mit und können so Ihren Grundsatz "Nichts über uns ohne uns" an vielen Stellen in die Tat umsetzen. Ihr beharrliches An-Die-Schale-Klopfen hat dabei so manches (Vor)Urteil weich geklopft.

Der Bayerische Bezirketag ist dem Landesverband in besonderer Weise verbunden. Deswegen bedauern sowohl ich wie auch die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle sehr, dass wir an Ihrer Geburtstagsfeier nicht teilnehmen können ... weiterlesen

14. Mai 2016


Barrierefreiheit auch für Psychiatrie-Erfahrene!

Im Gespräch ...

Margarete Blank und Martina Heland-Gräf unterhielten sich im letzten, sehr heißen Sommer mit den Machern der Webseite "Bayern Barrierefrei" der Bayerischen Staatsregierung. Die beiden Vorstandsfrauen des BayPE gaben Auskunft, was es heißt psychiatrieerfahren zu sein und eben nicht "psychisch krank", welche Behinderungen betroffene Menschen im Alltag erleben, sei es durch die Medikamente oder verständnislose Mitmenschen, und dass Arbeitslosigkeit und Armut die größten Barrieren für eine gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft sind. Die Vorurteile der Umwelt gegenüber "Psychisch Kranken" machen es den Betroffenen schwer, offen mit den Behinderungen umzugehen, zumal sie, im Gegensatz zu körperlichen Behinderungen, nicht auf den ersten Blick sichtbar sind. Gute Arbeitgeber, zu denen man Vertrauen aufbauen kann, verzichten nicht auf das Können der Psychiatrieerfahrenen und integrieren die leicht behinderten Menschen mit nur geringem Aufwand in das Arbeitsleben. Weitere Themen des Gesprächs waren die Selbsthilfe, die Soteria und ein zu schaffender bayernweiter Krisendienst sowie die Mitarbeit des BayPE e.V. am neuen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG), das der Bayerische Landtag verabschieden will.

Das vollständige Interview finden Sie hier auf:
www.barrierefrei.bayern.de

10. April 2016


Frühere Einträge siehe Archiv