Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.


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Willkommen beim BayPE ...

... für eine menschenwürdige Psychiatrie
     und die Stärkung der Selbsthilfe!


Inhalt:

  1. Konstruktive Kritik des BayPE zum PsychKHG-Entwurf
  2. Psychisch krank - und trotzdem geachtet und selbstbestimmt
  3. Kindergeld für Erwachsene mit Behinderung noch 2017 beantragen!
  4. Rundbrief zum Jahresausklang 2017
  5. Todesschüsse bei der Bayerischen Polizei - Krisendienst zuerst!
  6. Tagung "Psychiatrie-Erfahrene" in Kloster Irsee
  7. Auch vollbetreute Menschen müssen wählen dürfen!
  8. Pressemitteilung zum Suizidpräventionstag
  9. Ver-rücktheiten, Psychopharmaka & Selbsthilfe
  10. Erster Rundbrief im Jahr 2017
  11. Neues Gesetz zur Zwangsbehandlung
  12. BayPE-Fachtag zum Bundesteilhabegesetz
  13. Wie können wir teilhaben? - Fachtag zu gesetzl. Änderungen
  14. Filmvorführung und Diskussion zum Thema "Open Dialogue"
  15. Werden Sie nicht Teil des Ausnahmezustands!
  16. Per BayPE-Rundmail auf dem Laufenden bleiben ...
  17. Radiointerview - Alternativen zum psychiatrischen Zwang


Das bayerische Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz kommt - Änderungen sind möglich

Gesetzesvorhaben PsychKHG:
Fortschritte, Kritik und wie es weiter geht

Der größte Teil des bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes (PsychKHG) liegt uns mittlerweile als erster Arbeitsentwurf vor.

Wir haben an diesem Gesetz mitgearbeitet - warum? Wir wollten nicht, dass bei der Entstehung wieder nur über uns gesprochen wird. Wir haben mitgeredet und unsere Positionen deutlich gemacht. Wir haben von vielen Seiten auch gute Intentionen gespürt.

Was gibt es für Verbesserungen?

Obwohl die etwa 10 Prozent Hilfeteil noch fehlen, ist ein Fortschritt gegenüber dem derzeit gültigen Unterbringungsgesetz erkennbar:

Der Krisendienst bekommt eine gesetzliche Grundlage. Dafür haben wir jahrelang gekämpft, zusammen mit kompetenten Fach-Experten. Wir hoffen, dass über die Regelung der Hilfen, über den Aufbau der Krisendienste, die Situation so verändert wird, dass Psychiatrie und Gesellschaft immer öfters gewaltfreie Lösungen für zugespitzte Situationen finden.

Die Regelungen für die Anwendung von Zwang werden im Gesetz enger gefasst. Wir haben durch die Mitarbeit am Gesetz die Problematik von Zwang und Gewalt in der Psychiatrie ins Bewusstsein der Politiker gebracht. Hier wollen wir weiterarbeiten.

Die Ergebnisse zeigen auch: Die Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener ist eine ernst zu nehmende Kraft in Bayern geworden. Wir nehmen die Verantwortung an.

Die Vision einer gewaltfreien Psychiatrie wachhalten

Aber machen wir uns nichts vor. Der Blick auf „Schutz und Hilfen“ ist längst nicht ausreichend umgesetzt. Auch das neue Gesetz wird ein Gesetz sein, das die Unterbringung regelt. Die Bezeichnung „Hilfe-Gesetz“ ist nicht gerade ein Etikettenschwindel - aber auch nur die halbe Wahrheit.

Helfen möchte das Gesetz scheinbar vor allem den Menschen, die Angst vor uns „psychisch Kranken“ haben. Gewalt soll durch Wegsperren verhindert werden. Aber Gewalt löst keine Gewalt, sie erzeugt neue.

Wir treffen viele Menschen, die voller Wut sind. Die untergebracht wurden, zwangsweise auf Medikamente gesetzt, ans Bett gefesselt. Diese Maßnahmen sind keine Lösungen, zumindest keine nachhaltigen. Sie sind Teil des Gewaltproblems.

Auch das PsychKHG überträgt Macht auf psychiatrische Institutionen und bringt Menschen, die in Psychiatrien arbeiten, dazu, Gewalt ausüben zu müssen.

Auch das PsychKHG definiert (und stigmatisiert entgegen deklarierter Absichten) eine Personengruppe als „psychisch krank“ und erlaubt Eingriffe in deren Grundrechte.

Wir dürfen hier nicht stehenbleiben!

Wir wünschen uns: dass das PsychKHG sehr klar macht (klarer als bislang im Entwurf), dass Unterbringung und Zwang ultima ratio sind, also äußerste Mittel. Sie müssen drastisch reduziert werden. Sie müssen von der Regel zur echten Ausnahme werden.

Wir wünschen uns: dass eine gewaltfreie Psychiatrie als Ziel und langfristige Perspektive in der Präambel verankert wird. Auch wenn man sie (noch) nicht zu 100 Prozent umsetzen kann.

Wir kämpfen gewaltfrei für diese Vision.

Wie geht es weiter?

Im Januar 2018

  • werden die Ministerien angehört
  • wird das Kabinett das Gesetz beraten
  • und wir werden nochmals zum Gespräch ins Sozialministerium geladen, um die Rechte der Psychiatrie-Erfahrenen und -Patienten aus der Vorlage herauszuarbeiten, bevor ...

im Januar/Februar

  • erstmalig auch der BayPE zur Verbände-Anhörung in den Landtag geladen wird.

Ab März

  • wird das Gesetz im Landtag beraten, um ...

im Juli 2018

  • in Kraft zu treten.

Bis dahin sind Änderungsanträge möglich und danach gibt es sicher noch jede Menge zu ändern. PsychKHGs werden auch in anderen Bundesländern nach in Kraft treten weiter überarbeitet. Es gibt also auch dann weiterhin Einwirkungsmöglichkeiten.

Auf jeden Fall werden wir mit diesem Gesetz schon eine deutlich andere Ausgangslage haben, um uns für eine rechtliche und damit auch gesellschaftliche Weiterentwicklung einzusetzen.

(aus dem Rundbrief Nr. 2 vom Dezember 2017, bezieht sich auf den Entwurf des Gesetzes von vor Weihnachten)

01. Februar 2018


Kein Skandal um Rapper Diego:

Psychisch krank - und trotzdem geachtet und selbstbestimmt

Es ist völlig ok, wenn jemand selbstbestimmt direkt aus der Klinik in eine TV Show geht. So wie es völlig ok ist, direkt aus der Klinik zur Arbeit zu gehen. Eine Boulevardzeitung macht einen Skandal daraus. Vordergründig geht es ihr um den Schutz des Kandidaten. Vorstand Gerd Boge über den Fall des Rappers Diego bei DSDS:

"Hier werden Menschen wie im Zirkus vorgeführt", sagte die Professorin, das gilt aber für alle Kandidatinnen und Kandidaten. Am härtesten trifft es doch die, die Lampenfieber und Selbstzweifel haben, und die das negative Feedback nicht aushalten. Unser Kandidat scheint solche Probleme aber nicht gehabt zu haben, er legte einen kuriosen Auftritt hin und kam in die nächste Runde. Warum kam er in die nächte Runde? Hat er vielleicht wirklich Talent, vielleicht in einer bislang nicht gekannten Weise, oder ist das reine Häme, und man nimmt ihn nicht ernst und wartet zynisch darauf, wie er sich mit weiteren Peinlichkeiten endgültig demontiert? Ich bin mir da nicht sicher. Wenn Dieter Bohlen davon spricht, man könne doch mal etwas probieren mit jemandem, der ein bißchen verrückt ist - steckt da nicht auch ein wenig drin von dem, was wir positiv mit diesem Begriff verbinden?

Die entscheidende Frage ist für mich: wie hat der Kandidat sich dabei gefühlt, wie fühlt er sich jetzt und bei weiteren Auftritten, und später im Rückblick? Der Skandal ist für mich nicht unbedingt, dass man ihn hat auftreten lassen, das ist für mich ambivalent, den Skandal liefert mal wieder die Zeitung mit den großen Buchstaben. Anstalt!! Allein dieser Begriff macht mich schon wütend! Am Ende geht es doch nicht darum, dass es im eigenen Interesse des Kandidaten gelegen wäre, man hätte ihn am Auftritt gehindert - hat ihn jemand von der Redaktion gefragt, oder gar die Klinik, die offenbar hätte eingreifen sollen?!

Und wo bleibt da - das sehe ich genauso - das Selbstbestimmungsrecht des Kandidaten? Worum es dem Skandalblatt und seinen Lesern offensichtlich geht, ist, dass man das Publikum vor einem Verrückten hätte schützen müssen! Es gibt viele Leute, die gerne Geschichten erzählen - alternative Fakten -, das hat nicht zwangsläufig damit zu tun, das derjenige "krank" ist, dass er sich in Behandlung befindet!

Ich hatte mal Massage in einer Reha-Einrichtung. Es ist schön, wenn man da ins Gespräch kommt. Stutzig machte es mich allerdings, als der Masseur behauptete, sein Onkel sei der Bischof von Prag. Als dann erzählt wurde, bei einem anderen Verwandten hätte man einen der berühmten Flügeltüren-Mercedes aus den 50er Jahren verstaubt in einer Garage gefunden, war nun klar, dass wir uns in einer anderen Welt bewegten. Der Leiter der Einrichtung sagte mir später, dieser Masseur sei einer seiner besten Leute, der erzählt nun mal gern Geschichten, und alle waren zufrieden. Das Wort verrückt kam dabei gar nicht erst vor.

Gerd Boge

23. Januar 2018


Eilt: Kindergeld für Erwachsene mit Behinderung noch im Jahr 2017 beantragen!

In unserem Rundbrief berichtet eine Betroffene davon, wie sie als Erwachsene Kindergeld zugesprochen bekommen hat (S. 3). Anspruchsberechtigte sollten ihren Antrag möglichst noch dieses Jahr stellen. Sie bekommen das Kindergeld dann 4 Jahre rückwirkend (ab nächstem Jahr nur noch ein halbes Jahr rückwirkend). Die Belege können noch im neuen Jahr nachgereicht werden.

21. Dezember 2017


Weihnachts-Rundbriefe verschickt

Der Rundbrief Nr. 2 wurde zum Jahresende an die Vereins-Mitglieder verschickt. Inhaltlich ging es diesmal um Kindergeld für Erwachsene mit Behinderung, bei denen diese schon vor Vollendung des 25. Lebensjahres vorlag. Weiter wurde von den Selbsthilfevereinen "Pandora" aus Nürnberg und "Irren ist menschlich" aus Regensburg berichtet, die kürzlich Jubiläen feierten. Unsere Referentin Nina gab desweiteren eine kurze Einführung in das Thema Achtsamkeit und am Schluss ging es um die Sinnsuche jenseits des Berufslebens. Wer Interesse an diesen Themen hat, lädt sich bitte den Rundbrief herunter...

Der BayPE-Vorstand und die Mitarbeiter wünschen allen Psychiatrie-Erfahrenen ein frohes Weihnachtsfest und Alles Gute für das Neue Jahr 2018!

21. Dezember 2017


Schreiben an Staatssekretär zu Polizei und PsychKHG

Todesschüsse bei der Bayerischen Polizei

22. November 2017


Gemeinsame Fachveranstaltung mit dem Bildungswerk Irsee

Tagung „Psychiatrie-Erfahrene“ - jetzt anmelden!

1.-3. November 2017 im Kloster Irsee

Psychiatrie-Erfahrene sind Experten ihrer selbst, sie kennen ihre eigene Symptomatik und ihre Problemstellungen am besten. Deshalb ist es wichtig, dass sie auch in der öffentlichen Diskussion um psychische Gesundheit und Entwicklung der Versorgungslandschaft Gehör finden. Dieses Seminar soll Hintergrundwissen vermitteln, um Psychiatrie-Erfahrene in ihrer Position als Erfahrungsexperten zu stärken.

Mit Beiträgen von:

  • Irmgard Badura, Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung
  • Susanne Stier, Genesungsbegleiterin (neu)
  • Reinhold Hohage, Rechtsanwalt
  • Celia Wenk-Wolff, Bayerischer Bezirketag
  • Dr. Michael von Cranach, Psychiater
  • Werner Brand, Pflegender
  • Kathrin Sonnenholzner, MdL, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses
  • Gerd Schulze, Dipl. Soz. Päd., Supervisor

Kursleitung: Margarete Blank, Vorstand BayPE e.V.

Infos zu Kursgebühr und Anmeldung auf der Seite des Bildungswerks Irsee

Kostenzuschuss:
Um möglichst vielen Psychiatrie-Erfahrenen die Teilnahme zu ermöglichen, wird der BayPE 16 Personen einen Zuschuss von 2/3 dieser ermäßigten Tagungsgebühr und die Fahrtkosten (günstigste DB-Fahrt) zu dieser Tagung erstatten, sofern die Antragstellenden die Bedürftigkeit nachweisen.

Hinweis zur Anfahrt: Am Mi, 1. November fährt leider kein Bus. Am Fr, 3. November fährt ein Bus um
14:02 Uhr ab Kriegerdenkmal Irsee und ist
14:25 Uhr am Bahnhof Kaufbeuren.

03. Oktober 2017


Josef Mederer im Interview

Keine Benachteiligung mehr beim Wahlrecht zulassen!

Der Präsident des Bayerischen Bezirketags Josef Mederer sprach anlässlich der Bundestagswahl mit der wichtigsten überregionalen Tageszeitung des Freistaates über ein wichtiges Anliegen:

Bisher können behinderte Menschen, die unter Vollbetreuung stehen, nicht ihr Wahlrecht wahrnehmen. Das sei bisher verfassungskonform. Josef Mederer meint dazu jedoch, derart behinderte Menschen seien genauso wie andere Menschen in der Lage, verantwortungsbewusst mit ihrem Wahlrecht umzugehen. Außerdem sind es nur 0,2 Prozent aller Wähler. Eine Verfälschung der Wahl, wenn sie denn überhaupt beabsichtigt ist, sei gar nicht möglich.

Die Beteiligung auch behinderter Menschen an der demokratischen Willensbildung ist eine der wichtigsten Forderungen der UN-Behindertenrechts-Konvention.

Link zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung

28. September 2017


Bei der Mitgliederversammlung besprochen

 
Bayerischer Landesverband
Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Geschäftsstelle
Glückstraße 2
86153 Augsburg

Tel. 0821/45047863
Fax 0821/45047864

Kontakt@BayPE.info
www.psychiatrie-erfahrene-bayern.de

Finanzamt Augsburg Steuernummer 103/107/31639

München, den 09.09.2017

Pressemitteilung

Psychiatrie-Erfahrene: Mitgliederversammlung vor dem Suizidpräventionstag

München - Am Samstag, den 9. September 2017 tagte die Mitgliederversammlung des Bayerischen Landesverbands Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE) in München. Gerd Boge wurde als neuer Vorstand vorgestellt.

Vor dem Welttag der Suizidprävention (10. September) wurde auch dieses Thema in der Versammlung aufgegriffen. Es ist wichtig, dass hierbei Betroffene gehört werden, Menschen also, die Suizidalität erfahren und überlebt haben. Die Antworten des psychiatrischen Systems auf Suizidalität sind oft unzureichend. Die gefährdete Person durch Begegnung und Gespräch zu begleiten, ist wichtiger und hilfreicher, als sie einzusperren. Risiken von Psychopharmaka müssen thematisiert werden, die Ärzte sollen darüber vor der Verschreibung aufklären.


Vorstand: Margarete Blank, Reinhold Hasel, Achim Kuck, Gerd Boge
Bankverbindung: Bank für Sozialwirtschaft, IBAN DE76700205000009833100, BIC BFSWDE33MUE
Vereinsregisternummer 17385 Amtsgericht München
25. September 2017


Seminar in Coburg

Ver-rücktheiten, Psychopharmaka & Selbsthilfe

Herzliche Einladung zum Seminar für Psychiatrie-Erfahrene

Wann: Samstag, 23. September von 10-16 Uhr
Wo: Reha Team Coburg · Rodacher Str. 71· 96450 Coburg

Veranstalter:
Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE), Wittener Str.87, 44 789 Bochum.

Referent:
Matthias Seibt, Psychopharmaka-Berater im BPE

Das Seminar ist kostenlos, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte Anmelden! Für Mittagessen ist gesorgt, ebenso für Getränke

Ver-rücktheiten steuern

Immer wieder Ver-rückt-werden kennen viele Psychiatrie-Erfahrene. Dabei gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten, eigene Verrücktheiten in den Griff zu bekommen und einen Umgang damit zu erlernen. Denn: Jeder Psychiatrie-Aufenthalt ist eine hohe Belastung. Psychopharmaka als alleinige Krisenvorsorge reichen nicht aus. Was genau man tun oder lassen kann, wird im Seminar vermittelt.

Ver-rücktheiten werden psychiatrisch Schizophrenien, Psychosen, Manien oder ähnlich genannt. Der Begriff Verrücktheiten aber ist besser zu verstehen. Um-zu-lernen, mit verrückt-sein umzugehen, braucht es die psychiatrische Diagnosen nicht. Diese helfen dabei wenig weiter. Grundsätzlich ist man Ver-rücktheiten nicht hilflos ausgeliefert: Man kann selbst einiges tun oder unterlassen. Denn Verrücktheiten ereignen sich in der Regel weder plötzlich, von einem auf den anderen Moment, noch ereignen sie sich völlig grundlos.

Infolge von schwerwiegenden oder alltäglichen Ereignissen können Sorgen und Nöte, die über einen längeren Zeitraum andauern, erst krisenhafte Anzeichen und später ein verändertes Erleben auslösen. In der Selbsthilfe haben viele gelernt, in diesen Phasen eigenverantwortlich gegenzusteuern, um nicht wieder durch eine weit entwickelte "Psychosen, Manien und ähnliches" in eine psychiatrisch-stationäre (Zwangs-)Behandlung zu geraten.

Weitere Informationen in der Einladung

21. September 2017


Sommer-Rundbrief 2017

Der erste Rundbrief im Jahr 2017 ist an alle Mitglieder verschickt worden. Themen waren diesmal u.a. der BayPE-Fachtag zum Bundesteilhabegesetz, der Appell von Martina Heland-Gräf an die psychiatrischen Pflegekräfte, der neue Behandlungsansatz "Offener Dialog", die gesetzliche Ausweitung der Zwangsbehandlung und die wertvollen Erfahrungen, die man durch einen psychischen Zusammenbruch machen kann; desweiteren persönliche Gedichte und Berichte, und ein besonderer Glückwunsch für die Euthanasie-Betroffene Dorothea Buck zum 100. Geburtstag!

Auch die Einladungen zur Mitgliederversammlung, die wie immer Anfang September stattfindet, wurden verschickt, mit der Bitte um rege Teilnahme. Der Tätigkeitsbericht des Vorstandes sowie der Jahresabschluß für 2016 sind beigefügt. Bis dahin empfehlen wir Ihnen und allen übrigen Lesern dieser Webseite die Lektüre des neuen BayPE-Rundbriefes aus der Welt der bayerischen Selbsthilfe.

Der BayPE-Vorstand

27. August 2017


Verschlechterung des Klimas auf offenen Stationen?

Neues Gesetz zur Zwangsbehandlung

Der Bundestag hat am 22. Juni 2017 das Gesetz „zur Änderung der materiellen Zulässigkeitsvoraussetzungen von ärztlichen Zwangsmaßnahmen und zur Stärkung des Selbstbestimmungsrechts von Betreuten“ beschlossen. Es sieht vor, dass bei schwerkranken stationär untergebrachten Patienten, die auf Grund einer psychischen Krankheit nicht einwilligungsfähig sind, eine medizinische Zwangsbehandlung als „ultima ratio“ (letztes Mittel) eingesetzt werden kann. Diese ist damit nicht mehr an eine freiheitsentziehende Unterbringung gekoppelt. Die „Tageszeitung“ aus Berlin erklärt die Hintergründe. Sie schreibt von einer Ausweitung der Zwangsbehandlung in Deutschland.

Kommentar

Ich sag’s mal ganz offen: Wir sind verunsichert. Da kommt ein Gesetz, schleichend, ohne viel Öffentlichkeit, – nicht mal eine Pressemitteilung gibt es – das die Möglichkeit zu Zwangsmaßnahmen ausweitet. Eine „Schutzlücke“ soll geschlossen werden, mehr nicht. Nehmen wir einmal eine gute Intention des Gesetzgebers an. Da verwundert es dennoch, dass Betroffene nicht angehört wurden. Da bleibt dennoch die Befürchtung, dass die Konsequenzen des Gesetzes viel weiter reichen als intendiert.

Ein Mensch mit schweren Depressionen kommt in die Klinik – freiwillig. Die Psychiatrie-Profis halten ihn für einen schwierigen Fall. Und er ist nicht mit allem einverstanden, was sie vorschlagen. Darf er nun gegen seinen Willen mit Elektroschocks behandelt werden? Er ist zwar „weglauffähig“, nicht aber „weglaufwillig“.

Die Grünen haben in ihrer Kritik die Problematik auf den Punkt gebracht: Das Gesetz kann sich negativ auf das Klima auf offenen Stationen auswirken. Es kann auch abschrecken, freiwillig in Behandlung zu gehen.

Der Psychiater Martin Zinkler kritisierte, das Gesetz schwäche die Menschen, die Schutz am nötigsten haben. Diejenigen nämlich, die das Krankenhaus nicht verlassen können. Um auf Zwang zu verzichten, brauche es „Nerven, Zeit und Personal“. So ist es und hier sollte der Schwerpunkt politischen Handelns liegen.

Eine Dokumentation von Zwangsmaßnahmen ist jetzt umso wichtiger. Die Entwicklung bleibt kritisch zu beobachten.

N. Theofel

17. Juli 2017


BayPE-Fachtag zum Bundesteilhabegesetz

Schneisen durch den Gesetzesdschungel

Davor Stubican vom Paritätischen Wohlfahrtsverband referierte am Freitag, den 26. Mai in Augsburg zum Bundesteilhabegesetz, kurz BTHG, und den damit kommenden Änderungen für Menschen mit Behinderung. Schwerpunkt lag auf dem vom Bayerischen Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BayPE) organisierten Fachtag auf seelischen Behinderungen.

Der Referent machte die oft unübersichtlichen Regelungen durch das BTHG mit Kompetenz und Geduld anschaulich. Ein paar Neuerungen herausgegriffen:

  • Neu ist die geplante unabhängige Teilhabeberatung, die von Betroffenen für Betroffene erfolgen soll.
  • Das Budget für Arbeit bietet durch einen dauerhaften Lohnkostenzuschuss einen möglichen Weg aus den viel kritisierten Werkstätten für Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
  • Die Schnittstellen mit dem Bereich Pflege werden größer, so dass auch Menschen mit psychiatrischen Diagnosen in Zukunft Pflegebegutachtungen über sich werden ergehen lassen müssen.
  • Die Erreichbarkeit einer Ansprechperson in Krisen wird im neuen Gesetz als Assistenzleistung definiert.
Besonders beim Bereich Einkommen und Vermögen wurde Kritik aus dem Publikum laut, das Gesetz als "Mogelpackung" bezeichnet, was auch der Referent nicht von der Hand wies. Das Thema Armut sei mit dem BTHG nicht bekämpft. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Unüberschaubarkeit der Regelungen: "Wer bezahlt die Assistenz, die einem Behinderten erklärt, welche Leistung er wie beziehen kann?" wurde aus dem Publikum gefragt.

Trotz des sommerlichen Wetters waren 30 Personen gekommen, die sich mit vielen Fragen, vor allem zu den Themen Einkommen und Vermögen, aktiv beteiligten. "Man sieht wie wichtig die Veranstaltung war", sagt Martina Heland-Gräf vom BayPE-Vorstand. Sie möchte den Fachtag wiederholen, um über die laufenden Änderungen durch das Gesetz zu informieren.

20. Juni 2017


Wie können wir teilhaben?

Fachtag zu den Gesetzlichen Änderungen
für Menschen mit Behinderung

Freitag, 26. Mai 2017, 14-18 Uhr in Augsburg
Ort:
Ev. Gemeindezentrum St. Johannes, Donauwörther Str. 3
(Haltestelle Wertachbrücke)
Veranstalter: BayPE e.V.

Das Bundes­teilhabegesetz (BTHG), verabschiedet im letzten Jahr, soll ein Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung sein. Kann es das leisten? Was ändert sich damit für uns?

Referent Psychiatrie und Suchthilfe im Paritätischen Wohlfahrtsverband,
Davor Stubican, stellt die Änderungen durch das Gesetz vor.

Anschließend ist Raum für Diskussion, außerdem für Austausch zu allem, was Sie sonst bewegt. Als Interessenvertretung der Psychiatrie-Erfahrenen haben wir ein offenes Ohr.

Ihre Anmeldung hilft uns bei der Planung: oder 0821 / 450 478 63. Die Teilnahme ist kostenlos, wir laden Sie zum Kaffee und auf einen Imbiss ein. Bei Anreise von außerhalb: Kosten für Bayerntickets können auf Antrag erstattet werden.

PDF-Einladung

05. Mai 2017


Offener Dialog: Diskussion in Haidhausen

"Open Dialogue" Filmvorführung und Diskussionsrunde 13.04.

Am Donnerstag den 13. April um 18.30 Uhr zeigt die Dipl. Psychologin Angela Kreuz die Dokumentation "Open Dialogue" über den alternativen, finnischen Behandlungsansatz von Psychosen. Anschließend gibt es die Möglichkeit einer geleiteten Diskussionsrunde. (EINTRITT FREI)  

Kontakt und Beratung Haidhausen KID e.V.
Kirchenstr. 32
81675 München
www.kontakt-beratung-kid.de/aktuelles/

13. April 2017


Aufruf an Pflegekräfte:

"Werden Sie nicht Teil des Ausnahmezustands!"

... so der Appell unseres Vorstands Martina Heland-Gräf an die psychiatrischen Pflegekräfte. Sie sprach vor ihnen aus der Sicht einer Betroffenen, die selbst als Krankenschwester arbeitete. Ein Vortrag auf der diesjährigen Fachtagung für Pflege in der Allgemeinpsychiatrie in Kloster Irsee (23.01.2017).

Sehr geehrte Damen und Herren,

eigentlich sollte hier heute jemand anders stehen und Ihre Veranstaltung eröffnen. Da meine Vorstandskollegin Frau Blank erkrankte, sprang ich für sie ein, damit sie sich vollends erholen kann und da sind wir schon mittendrin. Den Alltag bewältigen und sich vollends erholen, Missempfindungen in Schach halten, zur Arbeit gehen und normal sein.

Bei einer stationären Einweisung, egal wie, ist nichts mehr normal, nicht die Person, geschweige denn der vorübergehende Wohnort, die Selbstbestimmtheit des Tagesablaufs, alles wird zum Ausnahmezustand.

Werden Sie nicht Teil des Ausnahmezustands! Sie sind diejenigen, die alles maßgeblich mitgestalten.

Manche mögen jetzt denken, ja, wir können ja auch nur das tun, was von oben genehmigt wird. Da sind wir bei der Hierarchie in einem BKH. Da sind Sie an unterster Stelle, reduziert auf das ausführende Organ, was sollen Sie da schon tun oder ändern.

Ein Professor sagte während der Ausbildung mal zu uns: "Ihr seid zwar die größte Fraktion im Haus aber auch die, die am wenigsten zusammenhält, weil sie sich nicht einig ist und nicht an einem Strang zieht." Da hat er Recht oder finden Sie nicht?

Bei uns im BayPE steht auf der Fahne unter anderem: "Gemeinsam sind wir stark". Gemeinsam können Sie viel ändern! Erfinden sie das Rad nicht neu, wozu? Hören sie auf Ihr Gefühl. Was braucht man, wenn man Angst hat? Sicherheit und jemand, der für einen da ist.

Den Ausnahmezustand in die Normalität begleiten

Ihre Pflicht ist es nicht, Krankheitseinsicht zu vermitteln, sondern den Ausnahmezustand in die Normalität zu begleiten und zwar in die jeweils eigene. Sie stehen in der Hierarchie nicht an letzter Stelle. Das sind die Betroffenen. Wenn sie das Macht- oder Ohnmachtsgefühl weitergeben und denken wir müssen machen, was sie wollen, weil sie schließlich für Ordnung und Sicherheit verantwortlich sind dann haben wir verloren.

In dieser Einladung [zur Tagung] habe ich viele Fremdwörter gelesen und man mag Pflege auch studieren, aber Menschen lassen sich nicht in ein Korsett zwängen und da haben wir das Wort Zwang, der dann entsteht, wenn man Macht ausübt.

Es gibt ein Sprichwort, das uns unser Professor auch während der Ausbildung immer wieder mal auflegte: "Das was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu". Ich gebe zu, wissenschaftliche Hintergründe wird es dazu nicht geben, aber mit ihrer Erfahrung und ihrer Menschlichkeit, Mitgefühl und Respekt vor der Person, die ihnen anvertraut ist, werden sie bestimmt ohne Zwang weiterkommen und vielleicht ein bisschen Vertrauen schaffen.

Nicht noch mehr Traumata

Der Weg zurück in die Normalität wird sehr erleichtert, wenn nicht noch mehr Traumata hinzukommen. Achtsamkeit gegenüber Kollegen und Betroffenen wäre eine sehr unwissenschaftliche Methode, aber ich denke, eine sehr effektive. Verlassen Sie sich auf ihren gesunden Menschenverstand, auf ihre Erfahrung. Hören Sie auch bei Kollegen auf deren Gefühl.

Ich war oft in Situationen auf einer Station, die von mir und meinen Kollegen nur ohne Zwang und Gewalt gelöst wurde, weil wir uns auf unkonventionelle, nicht wissenschaftliche, sondern menschliche Lösungen geeinigt haben, eben nicht die, die von oben kamen. Der Satz: "Wie im ganz normalen Leben auch geht es dabei um die Förderung des Individuums und seiner Kompetenzen ..." Schrecklich, finden Sie nicht? Ich bin ein Mensch mit Bedürfnissen, ja ich habe auch Kompetenzen, ich habe bestehende Beziehungen und eine Identität, die vielleicht gerade ver-rückt ist.

Sie alle kennen die meisten menschlichen Bedürfnisse. Wollen wir sie gemeinsam aufzählen:

  • Sicherheit
  • Geborgenheit
  • Essen und Trinken
  • Kleidung
  • Anerkennung
  • Menschen, die mit mir reden
  • Haus (trockener Unterschlupf)
  • Beschäftigung bzw. Arbeit
  • Schlafen

Sprechen sie nicht von einem Individuum, wegen mir von einem Homo sapiens, wenn es schon fremd klingen soll.

Ich wünsche Ihnen die Kraft, Konzepte, die bereits bestehen oder in den nächsten Tagen neu entstehen, Ideen die sie haben ?

  • menschlich
  • achtsam
  • respektvoll
  • gemeinsam
  • gewaltfrei

... zu erarbeiten

Sie haben alle Voraussetzungen, eine gute pflegerische Arbeit zu tun und Sie können das alle, seien Sie stolz auf ihre Arbeit, wir brauchen sie als Menschen, die uns nicht als Individuum, sondern als aus der Norm katapultierte Menschen sehen, die Angst haben und Sicherheit brauchen und Menschen, die sie verstehen und für sie da sind.

Rede als PDF-Dokument

03. April 2017


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30. März 2017


Ein Ruck durch Bayern ...

Radiointerview -
... dass Alternativen zu Zwang Einzug halten

Martina Heland-Gräf, Vorstandsmitglied beim BayPE, spricht im Interview mit Radio Lora über:

  • die Selbsthilfetage
  • Zwang in der Psychiatrie
  • die Entwicklung in Bayern
  • Prävention und Krisenvorsorge

Sie hofft, dass in Bayern - dem Land mit den höchsten Zwangseinweisungsraten - mit dem neuen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG) "ein Ruck durchgeht".

Zum Anhören: https://www.freie-radios.net/81811
(Sendung vom 10. März 2017)

23. März 2017


Frühere Einträge siehe Archiv